Lokales Das Spielzeug von Bruder – 100 Prozent made in Franken

Beeindruckendes, grünes Monster: Firmen-Chef Paul Heinz Bruder mit dem „Claas Xerion“, einer Neuheit des Fürther Spielwaren-Herstellers. Foto: bayernpress.com

Die Qualitäts-Produkte des Fürther Herstellers sind in der ganzen Welt ein Renner.

 

FÜRTH Ob es daran lag, dass er als kleiner Junge bei der BayWa immer die großen Traktoren anschaute? Paul Heinz Bruder (51) wuchs zwar nicht auf einem Bauernhof auf. Aber er war früher gerne mit seinem Vater bei dem Landmaschinen-Vertrieb. „Die großen Maschinen faszinierten mich", erzählt er und blickt auf das neueste, was die Traktoren-Technik zu bieten hat - ein Claas Xerion.

Ein bulliges, hellgrünes Monster auf vier großen Rädern. „Bei uns gibt's ganz wenige dieser Traktoren. Die fahren auf den großen Höfen in Nord- und Ostdeutschland", sagt Bruder. Und sie fahren im Showroom der Firma Bruder in Fürth-Burgfarrnbach. Der „Claas Xerion" ist eine der Neuheiten, die die Firma ab Mittwoch auf der Spielwarenmesse vorstellt. Gemacht für die Sandkasten-Bauern im Alter von vier bis zehn Jahren.

Auf dem Land werden Traktoren und Landmaschinen verkauft. „In der Stadt gehen mehr die Baumaschinen", so der Firmen-Chef. Und der Schneepflug mit Streuaufsatz wird nach diesem Winter der Renner werden. „Die Kinder wollen das, was sie draußen sehen." So wie den Lastwagen mit Kranaufsatz, von dem Bruder zu Weihnachten 30.000 Stück verkauft hat. „Das hätten noch mehr sein können. Aber wir kamen mit der Produktion fast nicht nach."

„Ich will nicht mit tollen Wachstumsraten angeben, ich will zeigen, dass wir tolle Produkte haben."

Produziert wird ausschließlich in Burgfarrnbach. 310 Mitarbeiter stehen hier an den Spritzgussmaschinen und bauen die fünf bis sechs Millionen Fahrzeuge jährlich zusammen. Und sie konstruieren die Fahrzeuge. „Wir kaufen von den Herstellern die Lizenz und bekommen die Pläne", erklärt Bruder. „Diese werden dann an den Maßstab angepasst und wir überlegen, welche Spielfunktionen dazukommen." Die Fahrzeuge müssen im Sandkasten funktionieren, aber aussehen wie die großen Vorbilder – was ein Dreivierteljahr dauert. Allein die Gussformen für den „Claas Xerion" kosten 350.000 Euro. Verkauft wird er für 35 Euro, der Kranwagen für 80 Euro.

Bruder lässt nicht im Ausland produzieren. So hat er so direkten Einfluss auf die Produktion und kann sofort reagieren - etwa wenn sich ein Grenzwert für den Kunststoff ändert. „Das wird immer wichtiger. Die Sicherheit ist ein großes Thema bei den Eltern!"

1926 gründete Bruders Großvater die Firma. Er stellte Quietschstimmen für Tröten her. Die waren zuerst aus Pappe. In den 50er Jahren ersetzte Senior-Chef Heinz Bruder (79) die Pappe durch Kunststoff. 1973 war die Firma Bruder erstmals auf der Messe, Anfang der 80er rollten die ersten Spielzeug-Traktoren vom Band. Das Unternehmen wuchs weiter. Heuer baut Bruder für elf Millionen Euro ein neues Hochregal-Lager und erweitert die Spritzerei. Zwar ging der Umsatz in der Krise 2008 auf 46 Millionen Euro zurück. „Doch 2010 haben wir wieder 51 Millionen erreicht. Für 2011 sehe ich einen positiven Verlauf." 55 Millionen Euro will Bruder umsetzen, die Preise werden um 2,9 Prozent erhöht.

„Ich will aber nicht mit tollen Wachstumsraten angeben", sagt Paul Heinz Bruder. „Ich will zeigen, dass wir tolle Produkte haben." Solche, wie den „Claas Xerion". Der wird demnächst in die Container gepackt, die die Firma Bruder in alle Welt verlassen. 66 Prozent der Produkte exportiert die Firma – sogar nach Hongkong, wo die großen Produzenten von Plastikspielzeug ihren Sitz haben. Bruder: „Die Kunden dort sind begeistert von unserer Qualität!" M. Reiner

 

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