Lokales Anschlag überlebt – doch im Körper ticken Zeitbomben

Das rechte Auge hat Asma Al Kumaim beim Anschlag verloren – aber sie und ihre Tochter haben überlebt. Foto: Uniklinik Erlangen

Asma Al Kumain und ihre Tochter Huda (8) warten im Erlanger Uni-Klinikum auf Hilfe.

 

ERLANGEN Zärtlich küsst Asma Al Kumaim ihre Tochter. Die 25-Jährige ist glücklich, dass ihre kleine Huda (8) noch lebt. Die beiden kommen aus dem Jemen – und wurden dort Opfer eines Attentats. Seitdem tragen Mutter und Kind tickende Zeitbomben in sich. Ihr Leben hängt an der Spendenbereitschaft der Franken!

Es passierte am 6. Oktober: Asma Al Kumaim war mit ihrer Tochter auf dem Weg in die Schule in Sanaa, der Hauptstadt von Jemen. Plötzlich krachte es – ein Granatenanschlag auf ein Fahrzeug der britischen Botschaft! Die Splitter trafen Mutter und Kind, beide rangen mit dem Tod. Die 25-Jährige verlor ihr rechtes Auge – doch sie überlebten. Allerdings weiß Asma Al Kumaim nicht, wieviel Zeit ihr und ihrem Kind bleibt. Beide tragen Splitter in ihrem Körper – tickende Zeitbomben.

Mutter und Tochter tragen Splitter in ihren Körpern

Nach vier Wochen Krankenhausaufenthalt wurden sie vom Arzt mit den Worten entlassen, man könne im Jemen nichts mehr für sie tun. Doch dann meinte es das Schicksal doch noch gut: „Über den Kontakt einer befreundeten Familie nach Deutschland wendete sich die Familie an den Erlanger Herzchirurgen Faidi Mahmoud. Er war bereit, die Familie zur näheren Diagnostik ins Uni-Klinikum Erlangen zu holen“, erklärt Johannes Eissing, Sprecher der Uni-Klinik.

Dort wurden Huda und ihre Mutter letzte Woche untersucht. Das Ergebnis: Asma Al Kumaim hat Granatsplitter im Kopf, die Kleine im Oberkörper. Werden sie nicht herausoperiert, wandern sie im Körper umher und sind eine tödliche Gefahr! Sie können in die Lunge wandern, dann ersticken die Patienten. Oder sie verletzen eine Hauptschlagader – dann verblutet Huda innerlich.

Für die Behandlung von Mutter und Tochter werden nun rund 25.000 Euro an Spenden benötigt. Nur wenn die Kosten der Operationen durch Spenden gedeckt werden, dürfen die zwei Patienten am Uni-Klinikum Erlangen behandelt werden. Andrea Uhrig

Konto: Uni-Klinik Erlangen, Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Konto-Nr. 46404, BLZ: 763 500 00, Verwendungszweck: 3447 2006 / Kinderchirurgie).

 

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