Löwen-Stürmer vor Abgang Der KFC Uerdingen macht schon Platz für Adriano Grimaldi

Kurzes Intermezzo beim TSV 1860: Adriano Grimaldi (re.). Foto: Ulrich Wagner

Wie Löwen-Sportchef Günther Gorenzel bestätigt, wird Adriano Grimaldi den TSV 1860 verlassen. Während der Poker um die Ablöse läuft, schafft der wahrscheinliche Abnehmer KFC Uerdingen schon Platz im Kader.

 

München - Erfolg ist kein Glück. Mit diesen Worten versieht Adriano Grimaldi jedes Posting auf Instagram. Doch seit Mitte September, als er sich inmitten seiner jubelnden Sechzig-Kollegen zeigte, ist es auf dem Social-Media-Kanal des 27-Jährigen ruhig geworden.

Adriano Grimaldi wird Sechzig verlassen

Bis auf zwei Einträge, einen mit Kollege Herbert Paul und Kumpel Efkan Bekiroglu auf der Wiesn. Interpretiert man jüngste Aussagen von Sportchef Günther Gorenzel, war just im Herbst die Zeit, als sich Stürmer Grimaldi gedanklich vom TSV 1860 verabschiedete.

Am Montagmittag wurde der Österreicher konkreter: Die Löwen werden Grimaldi noch in dieser Transferperiode verkaufen! "Adi hat in einem Gespräch letzte Woche ganz klar bekräftigt, dass er den Verein verlassen will. Das ist das Letzte, was wir nach außen geben. Alles andere wird sich in den nächsten Tagen entwickeln", meinte der 47-Jährige und erklärte: "Wir wollen die ganze Geschichte jetzt sachlich lösen und abhandeln. Ich gebe keinen weiteren Kommentar zu Adriano Grimaldi ab."

Die Fronten sind verhärtet. Es sei nicht "im Sinne von Adi, von Sechzig und der Mannschaft", die Beweggründe Grimaldis zu kommentieren, sagte er weiter. Ein Wechsel steht kurz bevor, der bullige Stürmer dürfte nicht mehr mit ins Trainingslager ins spanische Oliva Nova (12. bis 19. Januar) reisen. Aus einer vermeintlich langen und leidenschaftlichen Beziehung ist eine kurze, wenn auch feurige Verbindung geworden.

KFC Uerdingen macht schon Platz

Noch im Sommer war der Niedersachse mit den italienischen Wurzeln nach Giesing gewechselt, "weil er für einen großen Verein spielen wollte", wie er erklärte. Nachdem er in den ersten zehn Saisonspielen vier Tore erzielt und sechs Treffer vorbereitet hatte, tauften die Fans ihn in "Grünwaldi". Doch nach nur einem halben Jahr ist schon wieder alles aus.

Schließlich bemisst sich Erfolg, den er so gerne zitiert, auch am Einkommen. Und das ist woanders offenbar lukrativer als beim TSV 1860 – und zwar beim KFC Uerdingen. Die Krefelder hatten auf AZ-Nachfrage ein Interesse nicht dementiert, nur darauf verwiesen, einen Stürmer verpflichten zu wollen.

Am Montag erteilte der KFC Mittelstürmer und Aufstiegsheld Lucas Musculus die Freigabe für einen ablösefreien (!) Wechsel im Winter. Der Konkurrent der Sechzger macht Platz für Grimaldi, ist in der Lage, Topgehälter zu zahlen, protegiert durch den russischen Investor Michail Ponomarew.

TSV 1860 fordert hohe Ablöse

Dass Gorenzel davon sprach, dass sich der TSV 1860 "von Adriano nicht erpressen" lasse, deutet darauf hin, dass die Trennung nicht harmonisch ablaufen dürfte. Und Sechzig? Wird nun eine Ablöse in Höhe von mehreren hunderttausend Euro verlangen. (Lesen Sie auch: So sehen die Sparpläne der Löwen aus)

Laut "transfermarkt.de" beträgt der Marktwert des Stürmers 450 000 Euro. Ob die Giesinger die Ablöse (und das eingesparte Gehalt) direkt wieder investieren werden, ist offen. "Wir werden darauf reagieren oder nicht", sagte Gorenzel und erklärte, dass Geschäftsführer Michael Scharold für das geforderte Sportbudget "noch einige Tage braucht". Grimaldi, so viel steht fest, wird weiterziehen - und vielleicht mit Uerdingen aufsteigen. Erfolg ist schließlich kein Glück.

Lesen Sie hier: Zwei Löwen müssen mit Mannschaftstraining aussetzen

 

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