Löwen-Sponsor: Casino Royale in Giesing

Seit Jahrzehnten wirbt James Bond für Aston Martin. Hier der aktuelle Bond-Darsteller Daniel Craig mit einem Aston Martin DBS. Auch Löwen-Star Benny Lauth ist der Faszination der Marke erlegen. Er fährt einen britischen Sportwagen. Foto: AP, sampics/AK

James Bond in der Zweiten Liga: Aston Martin, Inbegriff der luxuriösen Automarke, wird neuer Hauptsponsor des TSV 1860 – und zahlt drei Millionen Euro pro Jahr

 

München - Man sollte sich nicht wundern, wenn demnächst auch Daniel Craig in der Allianz Arena auftauchen sollte. Und zwar nicht in der Champions League beim FC Bayern.
Sondern für Werbe-Aufnahmen für die Löwen und ihren neuen Hauptsponsor.

James Bond in der 2. Liga!

Kein Scherz: Am Sonntag wird beim Spiel des TSV 1860 gegen den FSV Frankfurt (13.30 Uhr, Sky und Liga total live) zum ersten die britische Edelauto-Manufaktur Aston Martin die Löwen-Brust schmücken. Der im Mai noch ums finanzielle Überleben kämpfende Zweitligist macht ab sofort Werbung für den Inbegriff des Luxus. Für Autos, die so luxuriös und exklusiv sind, dass vor allem arabische Ölmagnaten, Investmentbanker, TV-Produzenten und Fußballstars – Benny Lauth fährt etwa seit Jahren einen – zu den stolzen Besitzern der eleganten Sportwagen zählen. Und natürlich James Bond.

Die Werbepartnerschaft zwischen dem britischen Geheimagenten und dem britischen Traumautobauer ist legendär. Sean Connery, George Lazenby, Timothy Dalton, Pierce Brosnan bis eben zum aktuellen Darsteller Daniel Craig: Alle durften sie mit Aston Martins durch die Filmsets fahren – und bei weiblichen Film-Gespielinnen und männlichen Zuschauern gleichermaßen für Schnappatmung sorgen. Mehr Werbung hat sich das Unternehmen übrigens nie geleistet, ja, nie leisten müssen. James Bond als globale Sehnsuchtsmarke genügte.
Und jetzt steigen sie freiwillig in die Zweite Liga ab. Für die Löwen. Da muss man erst mal drauf kommen.

„Mit dieser Sponsoring-Partnerschaft betritt unsere Marke Neuland”, gibt auch der deutsche Aston Martin-Boss Ulrich Bez (früher unter anderem bei Porsche, BMW und Daewoo) zu. Doch die Marke boomt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten macht der ruhmreiche Autobauer, der seit dem Verkauf von Ford 2007 einem kuwaitischen Investmentkonsortium gehört, Gewinn. „Aston Martin verfügt heute über ein starkes wirtschaftliches Fundament. Dadurch sind wir in der Lage, Aktivitäten zu starten, die bislang nicht zu unseren Kernstrategien zählten”, erklärt Bez. Kurzum: Man hatte einfach noch ein bisschen Geld übrig für die Löwen. „Dieses Engagement wird die Sichtbarkeit von Aston Martin in Deutschland, einem unserer wichtigsten Märkte, steigern”, ergänzt Bez zwar. Doch auch er weiß, dass sein Unternehmen im vergangenen Jahr gerade mal 4250 Sportwagen verkauft hat. Weltweit.

Viele Löwen-Fans dürften da nicht unter den Käufern gewesen sein. Und werden es bei Preisen um 150.000 Euro für einen Sportwagen wie dem DB 9 wohl auch in Zukunft nicht werden. Zwar hat der Autobauer seit Neuestem mit dem Cygnet einen Luxus-Umbau des Toyota-Kleinstwagens IQ im Angebot. Doch der ist auch kaum unter 40.000 Euro zu haben. „Mit der Kultmarke Aston Martin haben wir einen hochkarätigen und internationalen Partner gewonnen, der als traditionsreicher Sportwagenhersteller mit langer Geschichte genau versteht, wo die Wurzeln unseres Kultvereins liegen”, beharrt 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer dennoch. Na ja.

Unabhängig von der marketingtechnischen Sinnhaftigkeit des Geschäfts für beide Seiten – finanziell lohnt sich der vom 1860-Vermarkter und Investoren-Einflüsterer Hamada Iraki maßgeblich eingefädelte Deal für die Löwen auf jeden Fall. Drei Millionen Euro zahlt Aston Martin für die restliche Saison. So viel war 1860 in der Zwieten Liga noch nie wert. Das Casino Royale steht ab sofort in Giesing. Der Kontrakt beinhaltet zudem eine Verlängerungsoption, schaffen die Löwen den Aufstieg, soll es einen kräftigen Aufschlag geben.

 

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