Löwen spielen 0:0 in Köln Nächste Nullnummer! Killer Kiraly rettet 1860

GABOR KIRALY, Note 1: Elfer-Killer in der 41. Minute gegen Ujah. Auch in der 71. und 78. Minute mit tollen Paraden. Foto: Sampics/Augenklick

Löwen-Torwart Gabor Kirlay hält in Köln schon seinen  14. Elfmeter. Offensiv geht bei Friedhelm Funkels Team kaum etwas – die Bilanz des Trainers bei 1860 bleibt bescheiden

 

Köln - Die Forderung von 1860-Trainer Friedhelm Funkel an seine Keintorlöwen vor dem Spiel in Köln war unmissverständlich. „Wir müssen uns stabilisieren. Die Mannschaft muss ihr wahres Gesicht zeigen.”

Nun, die Spieler haben die Weiung vollumfänglich befolgt. Sie kratzten, liefen und bissen wie seit dem Pokal-Knaller gegen Dortmund nicht mehr. Sie waren mit den Kölnern mindestens auf Augenhöhe. Sie gewannen einen verdienten Punkt. Aber ein Tor gelang ihnen auch beim Tabellenführer nicht – das 0:0 ist das dritte torlose Remis unter Funkel. Doch wer nach elf Spielen gerade mal acht Treffer auf der Habenseite hat, dem geht die Torlosigkeit wohl irgendwann ins Blut.

Von höheren Sphären träumen brauchen die Löwen nicht. Auch nach der „phasenweise ganz ordentlichen” (Funkel) Leistung beim Tabellenführer ist der Abstiegs-Relegationsplatz näher als Rang drei. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Bochum, fünf der Rückstand auf Fürth. Auch Funkels Bilanz bei 1860 bleibt bescheiden: Fünf Spiele, sechs Punkte. „Es ist ganz wichtig, dass wir hinten zu null spielen. Weil wir keine Tore schießen. Wir dind jetzt im Niemandsland, sind keinen Schritt weiter”, sagte Funkel.

Wie sehr die Löwen an der Tor-Allergie leiden und wie verunsichert sie sind vor dem Kasten, zeigten gestern eindrucksvoll Yannick Stark, Moritz Stoppelkamp und Benny Lauth, denen bei den wenigen Offensivaktionen mal die Entschlossenheit (Stark in der 11., Stoppelkamp in der 61. Minute), mal die Kraft (Lauth in der 13.), und mal die Zielgenauigkeit (bei Lauths Kopfball in der 53.) fehlte.
Und doch war ein Aufwärtstrend sichtbar in Köln.

Weil die Löwen sich durchaus anstrengten und sie die Kölner zumindest in der ersten Halbzeit erfolgreich daran hinderten, Zugriff aufs Spiel zu bekommen. Am meisten Hoffnung auf bessere Zeiten machte aber – bezeichnenderweise – einer, der qua Amt am wenisgten fürs Toreschießen zuständig ist: Gabor Kiraly, der Torhüter. Der 37-Jährige glänzte in seiner Parade-Disziplin als Elferkiller – in der 41. Minute hielt er einen umstrittenen Strafstoß von Ujah. Es war bereits der 14. Elfmeter, den Kiraly in einem deutschen Ligaspiel vereitelte. „Den hat er weltklasse gehalten”, sagte Funkel.

Aber auch sonst war Kiraly gestern Abend der einzige Löwe mit wirklichem Erstligaformat. „Gabor ist ein Phänomen. Das ist ganz große Klasse”, sagte Funkel. Als Köln gegen Mitte der zweiten Halbzeit stärker wurde und die Oberhand über das Spiel gewann, rettete der Ungar den Löwen den Punkt, vor allem bei Ujahs starkem Distanzschuss (78.) fragte man sich, wo Kiraly diese Parade hergeholt hatte. „Gabor hat heute drei Chancen sensationell vereitelt und uns den Punkt gerettet. Wir müssen froh sein, so einen Mann im Kasten zu haben”, sagte Funkel. Der so Gelobte gab das Kompliment zurück an die ganze Mannschaft. „Wir haben es heute ganz gut gemacht, auch wenn uns das Tor fehlt. Ein paar Mal musste ich zur Stelle sein, aber das ist ok”. Seine Mitspieler lobte er. „Die Mannschaft hat einen guten Charakter. Ich gehe jeden Tag mit Spaß ins Training, ich bin fit, ich kann und will noch sehr lange spielen”, sagte er. Auch Kiraly hofft auf bessere Zeiten, mal wieder auf ein Tor, einen Sieg gar. „Das wäre auch nicht schlecht. Aber das muss ich nicht mehr erzählen, dazu genügt ein Blick auf die Tabelle”, sagte er. Einstweilen gibt er den Hoffnungsträger.

Mit 37.

 

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