Löwen-Saison kann beginnen Grünwalder Stadion: In die Kurve dürfen 3.500 Fans mehr

, aktualisiert am 14.07.2018 - 08:56 Uhr
Stolz auf die blitzblanke Westkurve: Detlev Langer vom Baureferat, Bürgermeisterin Christine Strobl (Mitte) und Sportreferentin Beatrix Zurek. Foto: Bernd Wackerbauer

In zwei Wochen beginnt die neue Löwen-Saison. Die AZ erklärt, was sich zur neuen Saison im Stadion ändert – und, warum die Debatte um das Stadion noch lange nicht zu Ende ist.

München - Sie sehen sehr zufrieden aus, die Sportreferentin und die Bürgermeisterin, wie sie da in der Westkurve des Grünwalder Stadions stehen. "Es ist einfach so schön", sagt Referentin Beatrix Zurek (SPD) und schaut auf das altehrwürdige Stadion. "Es ist so schön, dass es das hier noch gibt", sagt Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD).

Die Stadt hat eingeladen zu einem Fototermin ins Sechzgerstadion. Und präsentiert stolz das Ergebnis der kleinen Sanierungsarbeiten über die Sommerpause. Es ist ein Termin, den man sich vor zehn Jahren kaum hätte vorstellen können. Damals war beschlossene Sache, das Stadion abzureißen. Ein Einkaufszentrum sollte entstehen. Der Kampf von Fans und Stadtviertel-Politikern für den Erhalt war letztlich aber doch noch erfolgreich.

Grünwalder Stadion: Jetzt 15.000 Fans - und bald noch mehr?

Das Stadion wurde hergerichtet für 12.500, schließlich kehrte sogar die erste Mannschaft der Löwen heim. Jetzt erweiterte die Stadt auf 15.000 Zuschauer. Und muss sich die Frage stellen: Geht da noch mehr?

In dieser Sommerpause hat man die Stufen des zuletzt gesperrten Block J wieder hergerichtet, neue Wellenbrecher (die Stangen in den Stehplatzblöcken) eingebaut, es gibt ein paar neue Behinderten-Toiletten. Auch die Blöcke F1 und F2 können nun wieder ganz genutzt werden. Für einen besseren Lärmschutz wurden die Mauern zwischen Ostkurve und Grünwalder Straße erhöht.

Westkurve mit fast doppelt so vielen Zuschauern

Die zusätzlichen Zuschauerkapazitäten wurden alle in der Westkurve geschaffen. Hier dürfen jetzt insgesamt bis zu 7.226 Zuschauer hinein (zum Vergleich: in der FC-Bayern-Südkurve der riesigen Allianz Arena gibt es etwa 9.000 Stehplätze). 3.580 mehr als bisher kommen damit in die Westkurve, die Kapazität wurde dort fast verdoppelt.

Das gelang insbesondere durch die Wiederöffnung von Block J und der oberen Bereiche in F1 und F2, aber auch für die mittleren Blöcke werden mehr Tickets verkauft. Mehr Fans bedeutet mehr Bierbedarf. Auch diesem Problem hat sich die Stadt angenommen. Unter F1 gibt es einen neuen Kiosk, der unter F2 wurde erweitert. Wie viele Karten am jeweiligen Spieltag im Westen verkauft werden dürfen, hängt auch immer vom Gästekontigent ab. Insgesamt darf die Gesamtkapazität, die auf 15.000 Zuschauer festgelegt wurde, nicht überschritten werden.

Es fehlt an Parkplätzen

Das Ende der Debatte um die Zukunft des Sechzgerstadions ist all das nicht. Da ist die Verwaltung, die einen SPD-Antrag prüft, wie weit die Kapazität noch erweitert werden kann.. Sportreferentin Zurek versprach, dass so schnell wie möglich eine Antwort vorliegen soll – verwies aber auch auf die vielen beteiligten Institutionen nicht nur in der Stadtverwaltung, sondern auch bei den Sicherheitsbehörden. Da ist der Bezirksausschuss, der befürwortet, dass Sechzig in Giesing bleibt – aber auch genervt ist vom fehlenden Parkkonzept und sich nicht ernstgenommen vorkommt.

Und da sind viele Löwen-Fans, die nicht verstehen, warum nicht deutlich mehr Menschen ins Stadion dürfen. "Die 15.000 sind sicherlich ein positiver Schritt", sagte Martin Scherbel, der Vorsitzende der "Freunde des Sechzgerstadions", der AZ. "Aber natürlich wäre viel mehr möglich, im jetzigen baulichen Zustand definitiv zwischen 19.000 und 21.000." Es bleibt spannend in Giesing – nicht nur auf dem Rasen, wo in drei Wochen das erste Heimspiel stattfindet.

Hier sehen Sie das sanierte Grünwalder Stadion im Video
 

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