Löwen-Pleite in Sandhausen 1860-Coach Runjaic: "Das ist nicht mein Anspruch"

Löwen-Trainer Kosta Runjaic erlebte in Sandhausen einen unruhigen Nachmittag. Foto: sampics/Augenklick

Es hatte enttäuschend begonnen, und es endete frustrierend: Der TSV 1860 unterliegt beim Gastspiel in Sandhausen mit 2:3 (2:1). Trainer Kosta Runjaic: "Wir haben den Gegner stark gemacht." Weitere Stimmen.

 

Sandhausen/München - Lichtblicke? Davon wollte Kosta Runjaic nichts wissen. "Im Moment keine", sagte der geschockte Löwen-Coach nach dem 2:3 beim SV Sandhausen. Dann fielen ihm doch noch zwei ein.

"Unsere beiden Youngster", er meine Felix Uduohkai und Florian Neuhaus, "haben das ordentlich gemacht. Sie sind die Zukunft des Klubs".

Kein Wort zu Ivica Olic, der in der ersten Hälfte sein erstes Tor für den TSV 1860 erzielt hatte. Nach einer Ecke verwertete der Kroate einen Querschläger von Lacazette zum Ausgleich. Nach seinen bewegten ersten Monaten bei den Löwen, seiner Wettsünde, seinem starken Spiel gegen Aue – nun also sein erstes Tor.

Es half genau: gar nichts. Hinterher schlich Olic genervt, enttäuscht und vor allem wortlos in die Kabine. Die Fans pfiffen ihn und das Team gnadenlos aus. Beschimpfungen und Häme statt Jubel und Erleichterung. Sein Teamkollege Sascha Mölders brachte es auf den Punkt: "Tore sind immer schön. Ich freue mich für Ivica. Aber es hat leider nichts gebracht."

Das galt auch für Verteidiger Uduohkai, der nach Olic' Ausgleich im Anschluss an eine Ecke das zwischenzeitliche 2:1 erzielt hatte. Es war sein erstes Profi-Tor. Die Freude darüber blieb ihm aber ebenso im Halse stecken wie den Löwen-Fans der Jubel-Schrei.

Uduohkai und Olic – sie hätten die Löwen-Lichtblicke dieses Tages sein können. Doch die düstere Stimmung bei 1860 ließ am Sonntag so etwas wie Hoffnung nicht zu.    

Weitere Stimmen zur 1860-Pleite

Kosta Runjaic (Trainer TSV 1860): "Nach so einem Spiel muss ich erst einmal Luft holen. Wir haben ein sehr frühes Tor weggesteckt und waren trotzdem in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Was wir uns dann aber vorgenommen haben nach der Halbzeit, haben wir gar nicht mehr umgesetzt. Wir wollten aggressiv in die Zweikämpfe gehen, das ist uns nicht mehr gelungen. Wir haben den Gegner stark gemacht. Das ist sehr bitter, auch für unsere Fans. Das ist nicht unser Anspruch, das ist nicht mein Anspruch. Jeder muss bei sich anfangen."

Thomas Eichin (Geschäftsführer TSV 1860): "Was in der zweiten Halbzeit passiert ist, ist für mich unerklärlich. Darüber muss ich erst einmal schlafen. Nach dem Schweinetor zu Beginn sind wir gut zurückgekommen, in der ersten Halbzeit war alles gut, wir haben hart gearbeitet, das 2:1 fiel zu einem Zeitpunkt, das war wie maßgeschneidert. Das hätte der Killer sein können. Aber was dann passiert ist, kann ich mir noch nicht erklären. Es waren individuelle Fehler gepaart mit Passivität. Das muss ich mir erst noch einmal genauer anschauen."

Michael Liendl (TSV 1860): "Normal müssen doch zwei Toren reichen zu einem Sieg! Aber wir haben wieder Geschenke verteilt. So reicht das einfach nicht. Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, aber es mir unerklärlich, was dann nach der Pause passiert ist. Da kam eines zum anderen. Wir hatten sie eigentlich im Griff, haben dann aber nicht mehr rausverteidigt, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben uns zu Fehlern zwingen lassen. Das war einfach nicht mehr gut."

Sascha Mölders (TSV 1860): "Es ist schwer in Worte zu fassen. In der zweiten Halbzeit kam nicht mehr viel von uns. Das haben wir schlecht gespielt. Wir wollten das 2:1 nicht nur verwalten, aber wir haben den Zugriff verloren. Wir wollten hier heute etwas mitnehmen. Das haben wir nicht geschafft. Deshalb sind wir alle traurig."

Julian Derstroff (SV Sandhausen): "Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns und aufgrund er zweiten Halbzeit absolut verdient."

 

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