Löwen im Stress Maurers Ärger über den Frühstart

Nachdenklicher Blick: Löwen-Trainer Reiner Maurer und seine Assistenten Foto: Abendzeitung

LÖwen-Coach Reiner Maurer ärgert sich über die kurze Vorbereitung wegen des frühen Saisonstart. Zunächst aber geht's für den TSV 1860 München ins Trainingslager nach Maria Taferl.

 

München -  Nach dem Vormittagstraining scherzte Löwen-Trainer Reiner Maurer noch mit Torhüter Gabor Kiraly: „Dynamo Dresden zu Hause als erster Gegner wäre super, da kommen 50000”, sagt Maurer. Wenig später dann die Gewissheit: Es wird wieder nichts mit einem Heimspiel zum Auftakt. Seit dem Abstieg 2004 eröffnete der TSV nur zweimal die Saison zu Hause. Diesmal geht die Reise zu den Löwen nach Braunschweig. „Sicher kein Wunschgegner”, sagt Maurer. „Ich kenne die Fußballbegeisterung dort noch von früher, die haben ein fanatisches Publikum.”

Bevor die Saison in dreieinhalb Wochen losgeht, fahren die Löwen aber am Mittwoch ins Trainingslager nach Maria Taferl. Nach nur zweieinhalb Wochen Pause ist dies purer Stress für Maurer: „Die Spieler sind noch nicht so weit mit der Regeneration.” Torhüter Kiraly hatte praktisch keine Pause, er musste Anfang Juni noch für Ungarn ran. Erst jetzt ist er wieder beim Team. Erholt hat er sich aber nicht: „Gabor hat auch in der Woche gearbeitet bevor er zu uns gekommen ist”, so Maurer. Trotzdem ist er zunächst gesetzt.

Die Angst vor Verletzungen ist wegen der Terminhatz groß. Immerhin blieben die Löwen davon bislang weitgehend verschont. Lediglich Stefan Buck und Djordje Rakic müssen mit dem Training aussetzen, sie zwickt es in den Adduktoren. Beide werden die Testspiele am Donnerstag und Freitag gegen Sparta Prag und den SC Hainfeld verpassen.

Um nichts zu riskieren, muss Maurer das Training dosieren: „Man muss im Training aufpassen, dass man nicht überzieht. Der Körper nimmt sich dann einfach mal eine Pause.” Eine vernünftige Vorbereitung geht anders. Dabei ist Maurer nicht der erste Trainer, der sich über die kurze Pause beklagt – die zweite Liga poltert über den Terminkalender. Der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz wurde deutlich: „Das ist eine Katastrophe, es ist Schwachsinn und es ist unlogisch.” Beschlossen hatten den frühen Start die Vereine selbst: Sie wollten mehr Geld durch die Absetzung vom Oberhaus, in dem es erst drei Wochen später losgeht.

Dennoch müssen die Löwen Kondition trainieren – schwierig für Stefan Aigner. „Trainingslager bedeutet super Hotels und super Essen”, sagt er ironisch. 

 

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