Löwen fit wie nie TSV-1860-Fitnesscoach: "Jeden zu einem Top-Athleten machen"

Fitnesstrainer Ingo Seibert (rechts) mit Löwen-Schlussmann Vitus Eicher (links). Foto: sampics/AK

Es fällt auf: die Fußballer des TSV 1860 München sind fit wie lange nicht mehr. Fitness-Trainer Ingo Seibert, der Mann, der dafür sorgen muss, sagt wieso.

 

München Aktionismus ist nicht die Sache von Ingo Seibert. „Ich lasse mich extrem schwer von anderen beeinflussen, bin überzeugt von meinen Methoden”, sagt er. Seibert ist seit Juli 2012 Fitness-Trainer bei den Löwen, seit November fest für die Profis zuständig. Er will 1860 fitmachen für den Aufstieg.

Geht das? Davon ist Seibert, der in München geboren ist und mit seiner Frau am Gärtnerplatz wohnt, überzeugt: „Sonst bräuchte ich meine Arbeit ja gar nicht erst machen.” Vier Spiele, neun Punkte, Platz drei. Und es fällt auf, dass 1860 tatsächlich fit ist wie lange nicht mehr. Dass andere Mannschaften mehr Geld in ihren Kader investieren können? „Spornt mich nur noch mehr an. Wir haben das Potential aufzusteigen und sind auf einem sehr guten Weg.” Sein Ziel: „Ich will jeden zu einem Top-Athleten machen.”

In der AZ erklärt der Fitmacher der Löwen, mit welchen Methoden er arbeitet, welchen Sinn und Zweck diese erfüllen – und welche Spieler die besten Voraussetzungen mitbringen:

Sprungtraining: „Wir machen viel mit größeren und kleinere Hürden. Das sind Übungen, bei denen die Spieler Fortschritte merken. Zumal die Sprungkraft beim Fußball von großer Bedeutung ist, nicht nur wegen des Kopfballspiels.”

Kräftigung: „Ich mache ganz sicher kein Felix-Magath-Training, komme aber als ehemaliger Footballer und Bobfahrer aus einem Bereich, wo Kraft eine sehr große Rolle spielt. Mit den Löwen gehe ich oft in den Kraftraum und lasse sie vor allem Langhanteltraining machen. Dabei halten sie die Hanteln mit ausgestreckten Armen und machen Kniebeugen. Gerade das Training für den Oberkörper ist für Fußballer von besonderer Bedeutung, da in dieser Sportart die Beinmuskulatur grundsätzlich stärker ausgeprägt ist und ein Ungleichgewicht herrscht.”

Schnelligkeit: „Ich habe den Ehrgeiz, die Jungs immer schneller zu machen. Dazu lassen wir sie durch Lichtschranken sprinten. Das ist deshalb von Vorteil, weil wir dann sofort Verbesserungen sehen. Die Jungs müssen einfach verstehen, warum sie die ganzen Übungen machen. Und wenn sie Fortschritte machen, haben sie dabei auch Spaß.”

Konditionierung: „Ein ganz wichtiger Punkt. Denn so ehrgeizig wie wir sind, kann es schon mal passieren, dass wir zu viel auf einmal wollen. Es geht ja immer darum, beim nächsten Spiel topfit zu sein. Das ist gar nicht so einfach. Denn haben wir mal schlecht gespielt, kann es durchaus sein, dass wir im Vorfeld zu viel gemacht haben, die Jungs müde sind. Andererseits kann ich ihnen danach dann auch nicht zwei Tage frei geben.”

Die Klassenbesten in der Mannschaft: „Rob Friend bringt von seiner Statur her die besten Voraussetzungen mit. Marin Tomasov ist insgesamt ein super Athlet. Zu den schnellsten gehören natürlich außerdem Benny Lauth und Bobby Wood, bei der Ausdauer sind Kai Bülow und Stephan Hain ganz vorne mit dabei.”
 

 

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