Löwen-Chaos nach Rücktritt Der Fall Poschner und mindestens 1860 Fragen

Bringt sich selbst ins Spiel: Christian Ziege. Foto: dpa

In Sachen Abgang von Gerhard Poschner droht ein juristisches Nachspiel. Derweil bringen sich diverse Kandidaten als Nachfolger ins Gespräch. Mindestens einer hat Bayern-Vergangenheit.

 

München - Gerhard Poschners Wirken beim TSV 1860 war ein großes Missverständnis. Und jetzt hinterlässt der Ex-Sportchef nach seinem Rücktritt auch noch zwei Rätsel: Warum gerade jetzt das Aus? Und wer wird (endgültiger) Nachfolger?

Vor der Heimspiel-Premiere des TSV 1860 gegen den SC Freiburg sprach Löwen-Trainer Torsten Fröhling über den Abschied Poschners: "Klar, dass sich die Mannschaft Gedanken macht. Poschi war ja der Chef von den Jungs."

Fröhling bestätigte, dass er erst seit kurzem von Poschners Kündigung wisse: "Er hat mich am Donnerstagmorgen informiert."

Das ist deshalb interessant, weil das "kicker-sportmagazin" spekuliert, dass der Ex-Sportchef die Löwen schon am Montagabend schriftlich über sein Aus informiert habe. Der Grund: Wenn ein Arbeitnehmer wie Poschner aus einem bestimmten Grund kündigt und damit den Anspruch auf eine Abfindung nicht verlieren will, müsse die Kündigung nach Bekanntwerden des Kündigungsgrunds innerhalb von zwei Wochen erklärt werden.

Vor besagten zwei Wochen wurde Poschner vom Sport-Geschäftsführer zum Nur-noch-Sportdirektor degradiert. Weil dieser aber einen Dreijahresvertrag als Sport-Geschäftsführer unterschrieben hat, könnte die Herabstufung ohne Poschners Einverständnis juristisch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Dies habe er den Löwen auch mitgeteilt, sei aber wohl auf taube Ohren gestoßen. Daher jetzt die fristgerechte Kündigung, um seine Ansprüche nicht zu verlieren. Es könnte also noch ein Nachspiel geben...

Nicht ganz klar ist auch die Aufgabe von Necat Aygün: Der Ex-Löwe war zuletzt Talentscout und soll jetzt übernehmen. Doch wie lange?

"Er ist ein Löwe durch und durch, hat als Scout auch einen Namen und Kontakte. Deswegen heißt es ja auch, dass er den Job weitermacht", sagte Fröhling.

Doch die Pressemitteilung ließ mit der Formulierung "Bis auf Weiteres" Zweifel aufkommen, auch Interimspräsident Sigi Schneider sagte, dass man auf der Suche nach einem Sportchef sei. Fröhling dazu: "Ich werde jetzt nicht fragen: Du, Necat, wie lange bleibst Du jetzt? Ich habe Herrn Schneider noch nicht gesprochen, ich weiß davon nix, dass Nachfolger gesucht werden."

Einer hat sich selbst ins Spiel gebracht: Christian Ziege, Ex- Bayern-Spieler und zuletzt Trainer in Unterhaching, sagte bei "Sport1": "Ich habe zwar mit niemandem gesprochen, aber das ist natürlich ein interessanter Job. 1860 durchlebt zwar nicht die beste Phase, aber das ist nach wie vor ein Riesenverein."

 

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