Löwen am Limit Fünf Spiele in nur 20 Tagen: Normalität bitte!

Mehr Training, weniger Spiele. Das wünscht sich Löwen-Coach Daniel Bierofka. Foto: sampics/Augenklick

Fünf Partien in nur 20 Tagen. Die extreme Belastung setzt den Löwen gewaltig zu. "Die letzten Spiele waren brutal", sagt Sechzig-Stürmer Nico Karger, "zum Glück ist jetzt ein Ende in Sicht".

 

München - Roter Kopf. Schweißüberströmtes Gesicht. Badelatschen an den Füßen. "Setzen wir uns in den Schatten", fleht Nico Karger fast, als er aus dem Kraftraum in Richtung Kabine schlurft. Der Flügelflitzer des TSV 1860 sah schon mal fitter aus als jetzt, wo er mit den Löwen das stramme Regionalliga-Programm durchschreitet. Immerhin: Das Schuhwerk ist passend gewählt.

"Wir sind momentan öfter in der Eistonne als beim Training. Oder beim Baden", sagt Karger der AZ über drei knallharte, Englische Hitze-Wochen: "Die letzten Spiele waren brutal." Der Angreifer weiter über die weiß-blauen Erfrischungsmaßnahmen im kühlen Nass: "Wir sind nach dem Nürnberg-Spiel (5:3) sofort unter die Dusche, ans Trainingsgelände gefahren und in den Auer Mühlbach gehüpft. Das tut nicht nur unheimlich gut, sondern ist auch wichtig für die Regeneration." Davon kriegen die Löwen derzeit kaum genug. Fünf Spiele in 20 Tagen – kein Team der Regionalliga Bayern hat mehr. Es folgen nun drei weitere Partien in acht Tagen, bevor der Spielplan wieder Einsätze in normalen Abständen beschert. Karger: "Zum Glück ist jetzt ein Ende in Sicht."

Keine Zeit für ausgiebiges Training

Gut auch für den Trainer. Denn wie seine Berufsbezeichnung schon besagt: Trainieren ist sein Kernjob. "Den Spielern gefällt’s sicher besser, wenn sie viele Spiele haben. Als Trainer würde ich mir wünschen, einige Dinge trainieren zu können, aber dafür bleibt keine Zeit", weiß Daniel Bierofka. Karger widerspricht, und das muss was heißen: "Stimmt schon, aber mittlerweile nicht mehr. Momentan tut sogar das Auslaufen weh. Ich bin ein bisschen sehr platt." Ein weiterer Beleg, so Karger: "Mal auswechseln wär‘ nicht schlecht. Aber Benjamin Kindsvater hat sich leider verletzt, viel mehr Außenbahnspieler haben wir nicht." Daher sein Wunsch: "Bitte endlich Normalität!"

Wenigstens stimmt das Resultat. Die Punkteausbeute sei "sehr gut", so Karger über vier Sechzger-Siege, zwölf Zähler und den Platz an der Sonne (punktgleich mit Schweinfurt). Der 24-Jährige wisse aber auch: "Wir haben viele Tore erzielt, aber können unsere Möglichkeiten noch besser verwerten. Auch hier steckt uns die Müdigkeit in den Beinen." Er selbst zählt neben dem Triumvirat um Jan Mauersberger, Timo Gebhart und Sascha Mölders zu den erfahrensten Akteuren. Heißt nicht, dass ihm schon alles gelingt.

"Nochmal auf die Zähne beißen"

"Solche Chancen, wie die von Karges gegen Rosenheim (2:0), müssen sitzen", kritisierte Bierofka. Karger zeigt sich geständig: "Hätte ich machen müssen", sagte er über die spät vergebene Riesenchance, wenngleich es dabei in der Narbe, wo er in der Winterpause am Sprunggelenk operiert worden war, "gepiekst" habe. Dafür habe es "zum Glück gegen Nürnberg geklappt" mit Saisontreffer Nummer zwei. "Da geht aber noch mehr."

Am Samstag gilt es nachzulegen. Der SV Schalding-Heining empfängt den TSV (um 14 Uhr). Karger, zwar schon mit 14 Zweitliga-Einsätzen, aber letzte Saison auch unter Bierofka in der U21 am Ball, kennt den Gegner: "Die werden brutal dicht hinten stehen, wohl mit Fünferkette. Das wird verdammt schwer." Zudem müsse man bei schnellen Kontern "höllisch aufpassen" und angesichts eines sicherlich topmotivierten Kontrahenten "nochmal auf die Zähne beißen". Danach herrscht langsam aber sicher wieder, was sich Karger sehnlich wünscht: Normalität.

 

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