Lob für den Verfolger Bayern gegen Leipzig: Bullen unterm Baum!

RB Leipzig feiert den 2:0-Sieg in Darmstadt – damit ist der Aufsteiger in seiner Bundesliga-Historie weiterhin ungeschlagen. Foto: dpa

RB Leipzig bleibt weiter Bayern-Verfolger Nummer 1. „Das ist schön zu sehen, eine frische, aggressive Mannschaft“, schwärmt Robben. Drei Tage vor Weihnachten kommt es zum Kräftemessen der Klubs.

 

München, Leipzig -  Einfach herrlich, wie Carlo Ancelotti, der Mann aus der Emilia Romagna, Leipzig ausspricht – und das ist nicht abwertend gemeint. Die Italiener bezeichnen die größte Stadt im Freistaat Sachsen als „Lipsia“ und der Bayern-Trainer macht daraus phonetisch den schönen Mix: „Leipsiga“. Ja, diese „torri rossi“ (die Roten Bullen) aus Lipsia bleiben dran, gewannen 2:0 in Darmstadt. Sie sind die Speerspitze der ungewöhnlichen Verfolger aus Colonia, Berlino und „Offen-eim“ (beide h werden nicht gesprochen).

Auf fast jeder Pressekonferenz wird Ancelotti also auf die Red Bulls angesprochen, der Rotwein-Liebhaber zuckt mit der linken Augenbraue und sagt, was er sagen muss: „Sie verdienen ihre Position in der Tabelle. Leipzig spielt gut, mit viel Intensität und Organisation. In diesem Moment sind sie der beste unserer Konkurrenten.“ Unterschwellige Betonung: in diesem Moment. Alle bei Bayern rechnen immer noch mit Borussia Dortmund als Verfolger Nummer eins, auch wenn es nach deren 0:0 im Revierderby gegen Schalke nun schon acht Punkte Abstand sind. „Auf lange Sicht wird es so sein, dass Dortmund wieder hochkommt und Zweiter wird“, sagte Manuel Neuer kürzlich und konnte das Grinsen nicht verbergen.

"Der einzige ungeschlagene Bundesligist aller Zeiten"

Doch nach etwas mehr als einem Viertel der Saison ist lediglich Aufsteiger Leipzig richtig hartnäckig an Bayern dran, lediglich zwei Punkte Abstand. In Sachsen geht von Woche zu Woche ein Witz als Trinkspruch um: Man sei der einzige ungeschlagene Bundesligist aller Zeiten – klar, im Premierenjahr Bundesliga. Doch RB hat zu viel Substanz, als dass sie im Spätherbst oder nach der Winterpause eingehen wie vor zwei Jahren Paderborn, zu Beginn sensationell Tabellenführer. Ralph Hasenhüttl, neben Sportdirektor Ralf Rangnick der Macher des Erfolgs, stapelt weiter tief: „Wir schauen nur auf uns. Bayern ist sowieso eine andere Liga.“

Doch in München freut man sich über die Konkurrenz. „Sie lassen nicht locker. Es ist doch okay, wir wollen doch Emotionen im Fußball haben“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, „wir sind Tabellenführer, Leipzig Zweiter, alles wunderbar.“ Einen Unterschied musste der Vorstandsboss doch noch hervorheben: „Die Leipziger haben ein schönes Programm, immer Samstag, Samstag. Die können sich während der Woche ausruhen, während die anderen DFB-Pokal, Champions League oder sonst etwas spielen.“ Als würden die Bayern ungern in der Königsklasse antreten.

Das Kaiserslauterer Märchen von 1997/98, kann es sich 19 Jahre später wiederholen? Als man unter Otto Rehhagel mit der Aufsteiger-Euphorie zum Meistertitel durchstartete. Abwehrspieler Mats Hummels warnte vor dem neuen Kontrahenten: „Die sind sehr gefährlich. Ich fand sie bislang sehr überzeugend.“ In Augsburg meinte Arjen Robben: „Das ist eine frische, aggressive Mannschaft, die viel Druck nach vorne macht. Das ist schön zu sehen.“ Der Trainer kriegt sogar ein Extra-Lob von Robben: „Hasenhüttl hat schon in Ingolstadt super Arbeit geleistet und bringt seine Art zu spielen nun mit nach Leipzig. Man sieht seine Veränderungen sofort. Das ist ähnlich wie bei Pep. Seine Umstellungen sieht man im Spiel von Manchester City auch sofort.“

50 Millionen Euro für neue Spieler

Nicht alles also flutscht durch die Kraft der Dose. Das Vermögen von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz wird auf mehr als zwölf Milliarden Euro geschätzt, er hat den Verein groß gemacht. So konnte Rangnick im Sommer 50 Millionen Euro Ablöse für neue Spieler ausgeben. Da spielt man nicht gegen den Abstieg.

Die Spielplanmacher der DFL haben übrigens einen Coup gelandet. Denn das direkte Duell der Bayern gegen die Bullen ist für die Fans ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Mittwoch, 21. Dezember, 20 Uhr, Allianz Arena. Es ist der 16. Spieltag, das allerletzte Match vor der Winterpause. Na dann: Frohes Fest!

 

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