LKA ermittelt gegen Beamte "Du stinkst ja bestialisch" - Polizisten beleidigen Ladendieb

Hierhin flüchtete der Ladendieb nach seiner Tat: Das Münchner Polizeipräsidium in der Ettstraße. Foto: Screenshot_GoogleStreetView

Nach einem Ladendiebstahl wird ein Mann von mehreren Polizisten beschimpft, verhöhnt und schikaniert. Wegen des Verhaltens der Beamten hat das bayerische Landeskriminalamt nun die Ermittlungen aufgenommen.

Altstadt - Am Donnerstagabend soll ein 31-jähriger Iraker von Polizisten des Münchner Polizeipräsidiums auf das Übelste beschimpft worden sein, nachdem er zuvor zwei linke Schuhe aus einem Geschäft in der Innenstadt gestohlen hatte. Nach der Tat flüchtete er vor dem Filialleiter direkt durch den Haupteingang des Präsidiums in der Ettstraße.

Filialleiter macht Vorfall öffentlich

Wie die "Süddeutsche" nun berichtet, hat das bayerische Landeskriminalamt (LKA) Ermittlungen gegen die Beamten eingeleitet, die den Iraker beschimpft haben sollen. Bekannt geworden ist das Verhalten der Polizisten ausgerechnet durch den bestohlenen Filialleiter, der den Vorfall über Facebook öffentlich machte.

"Du stinkst ja bestialisch, kannst du dich nicht mal waschen?" oder "Nix zu essen mehr gehabt, müssen wir jetzt Schuhe klauen.": Mit diesen und weiteren Sätzen soll der Iraker schikaniert worden sein. Zusätzlich musste er sich noch für eine Durchsuchung ausziehen. Der Filialleiter zeigt sich empört – eine Anzeige und Vernehmung seien für ihn verständlich. "Aber dass die Polizei als Gesetzesvertreter und Vorbild sich so aufführt und dauerhaft Witze reißt, so etwas ist einfach nur beschämend." zitiert die "SZ" den Facebook-Eintrag des Filialleiters.

Mittlerweile hat er seinen Post wieder gelöscht – der Eintrag ist nicht mehr sichtbar. Nun muss er in den LKA-Ermittlungen als Zeuge aussagen. Dem Präsidium zufolge haben sich die betroffenen Polizisten nicht falsch verhalten. "Sie haben ihre Sicht der Dinge dargestellt, jetzt geht das Ganze zum LKA", erklärte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. "Für sie gilt genau wie für jeden anderen die Unschuldsvermutung."

Für die Beschimpfungen fehle bisher noch jeder Beweis. Die Dauer der Ermittlungen durch das LKA sind noch nicht abzuschätzen.

  • Bewertung
    23