Liveticker zum Nachlesen AZ-Café: Gastro-Gipfel und schwarz-grünes Duell

Der Schwabinger Gastro-Gipfel im Café Ringelnatz (v.l.): AZ-Chefredakteur Arno Makowsky im Gespräch mit Fabrizio Cereghini ("Rossini"), dessen Partnerin Sabine Nasswetter, Gastronom Safari Johny ("Drugstore"), Sternekoch Hans Haas ("Tantris"), AZ-Redakteurin Laura Kaufmann und Wirt Manila ("Schwabinger 7"). Foto: Daniel von Loeper

Näher am Leser geht nicht: Die AZ-Redaktion ist ins Schwabinger Café Ringelnatz gezogen. Sonntag kam es zum Gastro-Gipfel und zum schwarz-grünen Duell. Hier lesen Sie, was passierte.

 

18.00 Uhr: Schluss. Das Publikum bleibt noch auf ein Bier im Ringelnatz. Oder zieht weiter in die Schwabinger Kneipen. Zum weiterdiskutieren, weiteraufregen, weiterfeiern. Wirt Manila läuft noch durchs Café und macht bei einer Rentner-Runde Werbung für seine 7. "Kommts halt amoi vorbei und lasst es krachen! Leid wie euch brauch ich: an Haufen Pulver, aber führn sich ned auf, wenns bssoffn sind!"

17.58 Uhr: AZ-Chef Makowsky will die wildeste Geschichte aus dem alten "Romagna Antica" hören. Wirt Fabrizio Cereghini ziert sich: "Das steht dann ja morgen in der Zeitung." Stimmt. Eine Aussage traut er sich dann doch: "Die wildesten Zeiten waren die, in denen ein berühmter Produzent zu uns gekommen ist. Er ist leider weg. Da flogen auch mal Flaschen. Sex gab's wohl auch. Schön war's."

17.50 Uhr: Verstehen sich die Schwabinger Gastronomen, wo sie doch Konkurrenten sind? "Nicht Konkurrenten, sondern Mitanbieter", ruft ein Besucher. Die Runde nickt.

17.46 Uhr: "Rund um die Münchner Freiheit gibt es überall Nagelstudios, aber kaum noch Sitzgelegenheiten!", beschwert sich ein Besucher.

17.44 Uhr: Reinhard Lörch, Wirt vom "Grünen Eck" in der Marktstraße, meldet sich zu Wort. "Die Stadt steht nicht hinter uns Wirten und wirft uns nur Knüppel zwischen die Beine!" Es reiche schon, dass sich eine einzige Person beschwere, um das Lokal räumen zu lassen. "Ist das wirklich die Allgemeinheit - oder sind es vielleicht doch eher die Leute, die drinnen Geburtstag feiern?!" Der Gastronom redet sich in Rage: "Wenn ich nach Schwabing ziehe, weiß ich doch, dass es hier 55 Lokale gibt!"

17.42 Uhr: Warum schließen so viele Schwabinger Kneipen so schnell? "Weil die zu schnell viel Geld machen wollen!", glaubt Cereghini. "Man muss Schulden machen - die man später zurückzahlt. Wenn's gut läuft."

17.38 Uhr: "Ich lese in der Presse, dass sich immer mehr Bewohner im Glockenbachviertel über die vielen Lokale beschweren", sagt Cereghini. "Die werden irgendwann zumachen und kommen zu uns. Wir müssen einfach noch ein paar Jahre Geduld haben"

17.33 Uhr: "Ich habe durch das Rauchverbot viele Stammtische verloren", sagt Safari Johny, Wirt des "Drugstore" in der Feilitzschstraße. Vor allem Frauen. "Wenn zwei oder drei raus sind, wussten die anderen nicht mehr, über was sie reden sollten."

17.32 Uhr: Thema Rauchverbot. "Wir müssen einen Türsteher bezahlen, der draußen aufpasst, dass die Leute nicht zu laut sind", berichtet Schwabinger-7-Wirt Manila. "Wie man weiß, werden bei uns alkoholische Erfrischungen gereicht: Dann wird's halt laut."

17.31 Uhr: Wenn die Qualität stimmt, ist der Preis egal, glaubt dagegen Sternekoch Hans Haas. "Ich sage immer, wir sind preiswert, weil den Preis wert." Wenn das Kilo Fleisch 2 Euro koste, könne es nicht gut sein.

17.28 Uhr: "Haben die Leute heute mehr oder weniger Geld?", will AZ-Chef Arno Makowsky von Wirt Fabrizio Cereghini wissen. "Damals war es einfacher", sagt der. "Die Leute, die zu uns zum Essen kommen, sind zu 90 Prozent gut situiert." Für immer mehr Menschen würde es ein Unterschied machen, ob das Bier 2,20 oder 2,80 Euro kostet. Die kämen dann nicht zu ihm.

17.24 Uhr: AZ-Gastroredakteurin Laura Kaufmann erkundigt sich bei Manila, ob seine neue Kneipe für junge Leute läuft. "Naja", sagt er.

17.20 Uhr: "Wir müssen die Studenten nach Schwabing reinbringen, dann steigt auch das Niveau und es wird nicht zur Saufmeile", sagt Wirt Manila, der noch seinen Parka trägt. "Wobei das auch ein bisschen dazugehört in einem Vergnügungsviertel." Er plädiert - hoffentlich nicht ganz ernst gemeint - dafür, dass sich jemand öffentlich anzündet, um Werbung für Schwabing zu machen. "Dann soll man sagen: Das hat er aus Liebeskummer getan, weil er sich nicht entscheiden konnte zwischen den vielen Frauen." Ahja.

17.16 Uhr: Sterne-Koch Hans Haas vom Tantris sagt: "Es ist ganz, ganz schwierig, mit Sternegastronomie Geld zu verdienen, wenn man kein Hotel hintendran hat. Wir versuchen, keinen Verlust zu machen." Man habe aber jeden Abend 100 Gäste. "Da kann es nicht ganz falsch sein, was wir machen."

17.11 Uhr: "Der neue Besitzer wollte 8500 Euro Miete", berichtet Fabrizio Cereghini, der ehemalige Wirt des "Romagna Antica" in der Elisabethstraße. Das war's für ihn. "Dann bin ich raus." Inzwischen führt er das "Rossini" in der Türkenstraße. Mit Freundin Sabine Nasswetter, die ebenfalls ins AZ-Café gekommen ist.

17.08 Uhr: "Hat sich schon was verändert", sagt Manila, inzwischen am Tisch. "Früher haben wir 1000 Hektoliter verkauft, jetzt nur noch die Hälfte."

17.05 Uhr: Manila, Wirt der Schwabinger 7, nimmt im Publikum Platz. Eigentlich soll er ja mitdiskutieren. AZ-Chefredakteur Arno Makowsky bittet ihn höflich, an den Bistrotisch zu kommen. "Wenn's Ihnen nichts ausmacht."

17.03 Uhr: Weiter geht's. Der Gastro-Gipfel im Café Ringelnatz!

 

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