Linke Ruf nach Mitgliederentscheid zu Linkspartei-Spitze

Der Thüringer Fraktionschef der Linkspartei, Bodo Ramelow, ist für einen Mitgliederentscheid zur Neubesetzung der Parteispitze. Sie dürfe "nicht noch einmal ausgeklüngelt" werden, sagte Ramelow der "Berliner Zeitung" (Freitag).

 

Berlin - "Was wir nicht brauchen, ist eine pompöse Krönungsmesse oder eine Abnick-Aktion", so Ramelow.

Als denkbare Kandidaten nannte Ramelow Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht. Auch die jetzigen Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst sollten noch einmal antreten, sagte Ramelow. "Außerdem würde ich es gut finden, wenn Oskar Lafontaine und Gregor Gysi die Linke im Bundestagswahlkampf 2013 anführen würden."

Ernst und Lötzsch schließen nicht aus, dass die künftigen Vorsitzenden per Basisvotum bestimmt werden. Sollten die formalen Voraussetzungen erfüllt sein, werde es einen Mitgliederentscheid geben, sagte Ernst Anfang der Woche. Nach Angaben von Lötzsch gibt es bisher einen formalen Antrag des Landesvorstands Mecklenburg-Vorpommern.

Auf einem Treffen im thüringischen Elgersburg Mitte Dezember hatten sich die Spitzenpolitiker der Linken mehrheitlich gegen einen Mitgliederentscheid gewandt. Im Juni 2012 will die Linke in Göttingen eine neue Doppelspitze wählen.

Ramelow äußerte sich kritisch zur Bundestagsfraktion. "Die Bundestagsfraktion hat sich innerhalb der Partei leider einen viel zu großen Status freigeräumt", bemängelte er. "Die Führung der Partei, die Richtlinienkompetenz, muss wieder ins politische Zentrum zurück, unter kraftvoller Beteiligung der Landesverbände. Wir sind doch nicht eine Partei, die an der Bundestagsfraktion hängt."

 

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