Leute Näh-Erbin: Ehefaden gerissen

Der letzte Tango ist getanzt: Markus Jerger hat Nathalie Gütermann für eine Andere verlassen. Foto: Schneider-Press

Promi-Trennungen wohin man schaut! Der AZ-Kolumnist Michael Graeter ist besorgt.

Das verheißungsvolle Blendax-Lächeln ist ihr vorerst vergangen, der Faden gerissen. Jetzt spürt sie Nadelstiche. Nähseide-Erbin Nathalie Gütermann kam überraschend der Mann abhanden.

Fast über ein Jahrzehnt dauerte ihre Ehe mit Ohoven-Junior Markus Jerger, der ihr den Rücken gedreht und sich schon fruchtbar anderweitig orientiert hat. Die Neue an seiner Seite heißt Sally Woodford, ist Amerikanerin und bereits schwanger. „Sie können uns gemeinsam fotografieren. Das ist jetzt offiziell“, sagte der abgesprungene Ehemann einem Münchner Fotografen auf einem Ball.

Sallys Siegerlächeln sprach Bände. Die hübsche Blondine trug eine rückenfreie Taftrobe, deren Träger ihres canyontiefen Dekolletees in Alarmbereitschaft waren, und deutete auf ihren Bauch. Markus scheint Glück bei den Frauen zu haben. Beim näheren Hinschauen fällt er aber nicht unbedingt in das Raster, ein idealer Schwiegersohn zu sein.

Seine verlassene Frau Nathalie, hübsch, reich und eigentlich schlau, muss hohe Schmerzgrenzen besessen haben, scheint aber trotzdem unter der Phase der kalten Küsse zu leiden. Sie blieb auf Thailands beliebter Palmeninsel Koh Samui zurück, wo sie sich vor zwei Jahren das 18-Zimmer-Designer-Hotel „Art Palace“ gebaut hat.

Die Idee, nach Asien zu gehen, war entstanden, als ihre Villa in der Nähe von Genf renoviert werden musste. Zunächst genossen sie und Markus mit ihren Töchtern Mabell und Chanelle das Glück in der Fremde. Während es Nathalie täglich besser gefiel, drängte es Markus plötzlich wieder nach Europa. Es war das ganz bestimmte Heimweh oder die damit verbundenen Reize.

Jergers berufliche Aktivitäten, Sohn aus der ersten Ehe von Ute Ohoven, die von so genannten Wohltätigkeits-Bällen lebt, passen homogen ins Erscheinungsbild der schrecklich netten Düsseldorfer Familie. Ein exklusiver Nachtclub im Keller eines Münchner Luxus-Hotels floppte, weil die ersehnten VIPs ausblieben und die sich natürlich gefragt haben: „Who is Markus?“ Auch bei dem Chaos-Projekt „Olympic Spirits“, wo in München allein 70 Millionen verbrannt wurden, waren seine Hände im Spiel. Nathalie, die mit ihrem Bruder Richard den Nähseiden-Konzern eines Tages erben wird, hat bisher ein solides unternehmerisches Können unter Beweis gestellt.

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Noch ein zweites Couple aus der Welt der schönen Neureichen wird unter verschiedenen Tannenbäumen das Weihnachtsfest 2008 feiern, soweit Stimmung vorhanden. Florian Haffa, Ex-Finanz-Chef des Börsenunternehmens „EM TV“, der von seinem smarten Bruder Thomas 40 Millionen Euro als Spielgeld bekam und in seiner schlagzeilenträchtigen Vergangenheit durch Paarlaufen mit Schauspielerin Jessica Stockmann (mit Folgen: ein Baby) und Society-Tiger Fiona Swarovski auffiel, bekam von seiner Schweizer Frau Christine den Wanderstab. Der nach allen Seiten offene Florian ist derzeit in den USA und denkt nach.

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Ich hatte gestern Bonvivant Walter Scheel am Telefon, der in seiner Amtszeit als Bundespräsident das Image des hässlichen Deutschen rausdrängte und den smarten lifestyle-betonten Germanen der Welt vermittelte. Kein deutscher Politiker hat das so geprägt.

Bei den aktuellen Volksvertretern in Berlin fällt das optische Erscheinungsbild leider bestürzend grau aus. Auf Frankreich oder Italien muss man direkt eifersüchtig sein. Walter Scheel gefällt es nicht mehr in Berlin und wird demnächst in den Schwarzwald ziehen. Er findet die Gesellschaft der Hauptstadt glatt und kalt und machte eine eigenartige Feststellung: Als er von München nach Berlin zog, verschwanden die ganzen Antiquitätengeschäfte in der Straße seiner neuen Spree-Adresse. Jetzt, wo er die Koffer packt, haben wieder neue Antiquitätenläden aufgemacht. „Ich hatte sie doch nicht verscheucht“, scherzte Scheel.

Michael Graeter

 

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