Leute „Man fühlt sich getrieben“

Jesse James, Tiger Woods und David Duchovny: Sie sind oder waren sexsüchtig Foto: dpa

Nach David Duchovny und Tiger Woods soll jetzt auch Jesse James an Sexsucht leiden. Schlechte Ausrede oder belastende Krankheit? Die AZ hat bei einem Betroffenen einmal nachgefragt

 

Hohn, Spott und Augenrollen – wer sich als Sexsüchtiger outet, wird von allen belächelt. Trotzdem schießen derzeit prominente Betroffene aus dem Boden wie Frühlingsblumen. Und die Liste wird immer länger: Erst bekannte sich Schauspieler David Duchovny (49) zu seiner Sucht nach Sex, vor kurzem ließ Golf–Profi Tiger Woods bei einer großen Pressekonferenz die schlüpfrige Bombe platzen. US-Medien berichteten, Woods sei sogar mit einer Pornodarstellerin ins Bett gehüpft.

Beide Männer behaupten, dass ihre Sexsucht der Grund für zahlreiche Seitensprünge sei – billige Ausrede oder belastende Wahrheit? Fest steht: Um seine Ehe zu retten, verbrachten sowohl Duchovny als auch Woods einige Monate in einer Suchtklinik. Kosten für einen Sechs-Wochen-Aufenthalt: 30000 Euro.

Jetzt soll sich auch Jesse James (40), der derzeit berühmteste Fremdgeher der Welt, in Therapie begeben haben. Ob es sich um eine Behandlung einer Sexsucht handelt, ist zwar nicht bestätigt, doch sein Sprecher ließ jetzt laut „People“-Magazin verlauten: „Er hat erkannt, dass eine Therapie nötig ist, um sich selbst zu helfen und seine Ehe mit Sandra Bullock zu retten.“

Diese Äußerung lässt auf Sexsucht schließen. Denn obwohl die Krankheit von vielen belächelt wird, gibt es sie tatsächlich — und ist eine große Belastung.

„Familien können daran zerbrechen“, sagt ein Betroffener, der lieber anonym bleiben will, zur AZ. Die Sucht ließe sich mit dem Verlangen eines Alkoholikers nach seinem Schnaps vergleichen. „Man fühlt sich ständig getrieben, kann keinen klaren Gedanken fassen und denkt nur an Sex. Man kann seinen Alltag gar nicht mehr bewältigen“, so der Betroffene weiter.

Eine Therapie könne zwar helfen, doch die ständige Präsenz von nackter Haut in den Medien mache eine völlige Heilung schwierig — man werde pausenlos verleitet.

In der Therapie lernt man, diese Gedankenspirale zu durchbrechen. Psychologe Christian Viernickel: „Man lernt, seine Gedanken umzulenken und alternative Strategien für die Sucht zu entwickeln.“ Statt mit der X-ten Frau fremdzugehen hätte Woods also besser euphorisch neue Golfschläger einkaufen gehen sollen. Im Ernst: Woods Sucht zerstörte seinen Ruf und seine Ehe. Sexsucht ist weniger spaßig, als man denken könnte. jkö

 

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