Leute Das Ziel fest im Visier

Illustration Foto: Klaus primke

München - Wiesn & Schießen: BMW lädt zu einem gemütlichen Abend – und verteilt Armbrüste

Carlo Thränhardt muss jetzt erstmal was essen, ist klar. Weiß man ja als Sportler – und ein solcher ist der Carlo ja auch nach seiner Karriere als Hochspringer –, dass man gestärkt in den Wettkampf gehen muss. Und ein Wettkampf, das ist das ja hier, irgendwie. Auch, wenn Michael Rahe sich bemüht, keinen Druck aufzubauen.

Der Leiter der BMW-Niederlassung München steht vor den Gästen in der Armbrustschützen-Festhalle, unter ihnen Dallmayr Geschäftsführer Wolfgang Hille mit seiner Frau Marianne, Loden Frey Geschäftsführer Peter Dür, Leopold Prinz von Bayern sowie viele Freunde und Kunden des Hauses. Er strahlt, er wünscht einen „gemütlichen Abend“, er erklärt die Regeln.

Jeder Schütze hat fünf Versuche

Also. Geschossen wird auf eine Distanz von zehn Metern. Insgesamt hat jeder Schütze fünf Versuche, wobei die besten drei zusammengezählt werden. Wer dreimal mitten ins Schwarze trifft, der hat am Ende 36 Punkte – und sollte so nett sein, doch bitte zehn Euro in die Vereinskasse der Armbrustschützen zu zahlen. Für die Jugendleiterin. Ach, und bevor es los geht: Schützen sagen nicht „Prost“, Schützen sagen „gut Bolz“.

Gut zu wissen – ebenso wie dies: Wer wirklich vorne mit dabei sein will, braucht mehr als ein genaues Auge, eine ruhige Hand. Sehr wichtig ist eben auch, nicht sofort nach dem Schuss die Armbrust zu senken. Machen nur Anfänger. Profis hingegen verharren noch einen kleinen Moment in der Ausgangshaltung, weil: „Es dauert einen Augenblick, bis der Pfeil aus der Armbrust getreten ist“. Sagt Dieter Vierbeck, Gildenmeister vom Verein „Winzerer Fähndl“.

Es gibt auch Naturtalente

Wer den Rat berücksichtigt, hat gute Chancen auf gute Treffer. Andererseits, es gibt auch Naturtalente: Uschi zu Hohenlohe trifft nahezu virtuos, Peter und Inge Wrede-Lanz haben sichtlich viel Spaß, Michael Rahe zeigt stolz seine durchlöcherte Zielscheibe. 27 Punkte hat der 54-Jährige geschossen, eine 12, eine neun, eine sieben. „Ist doch gut für’s erste Mal“, sagt er, und hat natürlich Recht damit.

Und Carlo Thränhardt? Nun, der posiert für die Fotografen. Und dann muss er sich nochmal stärken.

Jan Chaberny

 

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