Leserbeitrag aus Haidhausen Wenn das Viertel zum Wohnzimmer wird

Bei einem Streifzug durch Haidhausen ist der AZ-Leserin Margot Schustereder auch das Blumenmeer am Bordeauxplatz aufgefallen. Klicken Sie sich durch die Bilder aus dem Viertel. Foto: Leserreporter Margot Schustereder

Einen Roman könnte die AZ-Leserin Margot Schustereder über ihr Viertel schreiben. Mit ihren liebsten Ecken aus Haidhausen hat sie hier schon mal begonnen.

 

Haidhausen - Die AZ-Leserin Margot Schustereder hat sich als "Touristin" in ihrem Heimat- und Lieblingsviertel Haidhausen umgeschaut. Bei einem Spaziergang durch das Quartier hat sie viele Eindrücke gesammelt und die schönsten Stellen des Viertels fotografiert.

Das schreibt sie über ihren Rundgang: "Als Erstes bin ich auf eine Katze in der Metzstraße gestoßen, die sich hinter dem schmiedeeisernen Gitter der Parterrewohnung gesonnt hat - sie scheint es sehr genossen zu haben.

Haidhausen ist für mich das schönste Stadtviertel Münchens, ja eigentlich ein wunderbares Dorf, bei dem sich noch die Nachbarn freundlich grüßen und sich in einem der herrlichen kleinen Cafés oder auf Restaurantterrassen zusammensetzen, um miteinander über Gott und die Welt zu "ratschen".

Meine Freundinnen sprechen wie ich selbst gerne augenzwinkernd von der "Lindenstraße", wenn wir beispielsweise draußen beim sehr netten "Spanier" (El Espanol) in der Pariser Straße mit der Nachbarschaft zusammensitzen.

Was macht Haidhausen so besonders? Es ist heimelig und grün, aber beileibe nicht spießig; es ist fern vom Schicki-Micki-Gehabe und hat doch die tollsten Kneipen, Cafés und Restaurants mittendrin; es hat wunderschöne Plätze - man betrachte nur die Blumenpracht am Weißenburger- und am Bordeauxplatz; es hat Gott sei Dank nur einige wenige Supermärkte, dafür aber viel mehr schöne, teilweise auch kuriose "Tante-Emma-", hochwertige Bio- und Spezialitätenläden.

Es gibt noch richtiges Handwerk hier im Viertel - siehe beispielsweise den Geigenbauer in der Kellerstraße oder den Kaminkehrermeister in der Pariser Straße. Es ist das Viertel für gemeinsame Begegnungen zwischen Jung und Alt, und es hat vor allem ein Herz für Kinder. Man schaue sich da Läden wie die nette Kinderküche in der Sedanstraße an - ganz bezeichnend die Schrift über der Tür: "Man kann ja nicht jeden Tag Kartoffelsuppe essen". Hier lernen Kinder mit Vergnügen kochen und gleich nebenan können sie mit Mutter oder Tante zum Beispiel Geschirr in der Keramikwerkstatt hübsch bemalen.

Die Kindergärten tragen Namen wie "Bärenhaus" (in der Milchstraße) oder "Upsy Daisy" (in der Pariser Straße) und die Kinder können sich auf sicheren schönen Spielplätzen in den Hinterhöfen austoben.

Im Stehcafé Ecke Preysing-/Metzstraße findet sich noch eine richtig alte Waage, in der Genusswerkstatt (Steinstraße) kann man interessante Kochkurse besuchen und fein miteinander dinieren, im Hinterhofcafé (Sedanstraße) bekommt man noch hausgemachten Rhabarber-Kuchen, und zwar mit frisch geschlagener Sahne (nicht aus der üblichen Spraydose!) - alle diese Läden sind sehr liebevoll ausgestattet und man fühlt sich ein wenig wie im eigenen Wohnzimmer."

Haben Sie auch schöne Bilder aus ihrem Münchner Viertel oder ist Ihnen ist etwas Besonderes aufgefallen? Über was haben Sie sich gefreut, worüber geärgert? Mailen Sie Ihren Beitrag an stadtviertel@abendzeitung.de. Hier können Sie auch Fotos hochladen.

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading