Lebenslinien Fredl Fesl: Ein BR-Porträt zum 70. Geburtstag

Fredl Fesl bei einer Preisverleihung im Jahr 2010. Foto: dpa

Wenn er die Moritat vom Ritter Hadubrand sang und sich dabei selbst auf der Gitarre begleitete, hatte er die Lacher auf seiner Seite. 30 Jahre stand der bayerische Liedermacher Fredl Fesl auf der Bühne, bis ihm eine schwere Krankheit zu schaffen machte. Am vergangenen Freitag wurde er 70.

 

Pleiskirchen - Am 7. Juli wurde Fredl Fesl 70 Jahre alt. Der BR ehrt den bayerischen Liedermacher am Montagabend in seiner Sendereihe Lebenslinien mit einem Porträt. ("Fredl Fesl - I bin wia i bin", 21 Uhr im BR)

Fesl ist seit 1997 an Parkinson erkrankt. Die schwere Krankheit macht ihm Konzerte seit einigen Jahren unmöglich. Mit Titeln wie "Ritter Hadubrand", dem "Taxilied" oder "Königsjodler" wurde der Sänger 1976 schlagartig im deutschsprachigen Raum bekannt.

30 Jahre lange Bühnenkarriere

Mehr als 30 Jahre lang stand der Barde auf kleinen und großen Bühnen, besang erfolgreich Platten und war Dauergast im Radio. Neben den witzigen, satirisch angehauchten Liedtexten wurden die oft minutenlangen ironisch-hintersinnigen Anmoderationen seiner Stücke das Markenzeichen von Fredl Fesl.

Mancher Zuhörer konnte sich vor Lachen schon nicht mehr halten, noch ehe der Liedermacher mit dem Vollbart, der knorrigen Nase und den kleinen lachenden Augen zu singen begann. Die Gitarre war dabei sein ständiger Begleiter.

Unvergessen bleibt sein Lied von der nächtlichen und unendlich langen Taxi-Passage durch München, dessen Text einer urig-witzig erklärten Stadtrundfahrt gleicht. Nicht weniger erfolgreich wurde der "Königsjodler" - die beiden Strophen beendete er stets mit einer schaurig-schön gesungenen Jodelparodie.

Parkinson hat ihn im Griff

Als sich die Parkinson-Erkrankung bemerkbar machte, konnte Fredl Fesl noch einigermaßen mühelos seine Auftritte über die Bühne bringen. Doch im Jahr 2006 musste der Liedermacher mit dem Konzertieren aufhören- weil er nicht mehr "auf den Punkt fit sein kann", wie Fredl Fesl es selber auf seiner Homepage beschreibt. "Anfangs hatte ich die Symptome der Krankheit mit Medikamenten relativ gut im Griff, aber durch den chronischen Verlauf hat jetzt die Krankheit eher mich im Griff", stellt er ernüchtert fest.

Der am 7. Juli 1947 in Grafenau im Bayerischen Wald geborene Fredl Fesl kam nach einer Zwischenstation im fränkischen Greding 1959 mit seinen Eltern nach München. "Die Großstadt machte auf mich einen gewaltigen Eindruck, weniger die Schule", schreibt er in seiner Biografie. Er lernte nach der Schule in einer Kunstschmiede und arbeitete danach in verschiedenen Berufen - Statist, Sperrmüllsammler und Bierfahrer sind nur einige, die er angibt.

In den 1970er Jahren hatte Fredl Fesl seine ersten Erfolge in Münchner Kleinkunstlokalen. Ein Produzent wurde auf ihn aufmerksam, 1976 kam seine erste Langspielplatte heraus. Fünf weitere Scheiben sollten folgen, zuletzt "D'Welt hat an Vogel". Zeitweise hatte Fredl Fesl sogar eine eigene Fernsehsendung.

Am liebsten verbringt der Vater zweier Töchter die Zeit zusammen mit seiner Frau auf dem Bauernhof. Anrührend und ein wenig traurig liest sich seine vorläufige Bilanz eines Künstlerlebens: "Eigentlich bin ich mit mir sehr zufrieden. Wenn ich nicht so bescheiden wäre, wäre ich vielleicht sogar ein bisschen stolz auf mich."

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