10 Tage nach der Tat Auf einem Auge blind nach Weinkrug-Schlägerei: Täter stellt sich

Nach der Öffentlichkeitsfahndung mit diesen Bildern stellte sich der Täter schließlich. Foto: Polizei/AZ

Am 24. September war auf dem Oktoberfest eine Schlägerei eskaliert - mit fatalen Folgen für einen Beteiligten. Er bekam einen Weinkrug ins Gesicht und wurde lebensgefährlich verletzt. Jetzt hat sich der Täter gestellt.

 

München – "Bisher war es sehr friedlich. Wir sind sehr zufrieden", hatte sich Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins bei der Vorstellung der Halbzeitbilanz zur Wiesn noch gefreut. Und in der Tat verzeichneten sowohl Polizei als auch Rettungskräfte sinkende Zahlen was Straftaten und Verletzungen angeht. Es gab weniger Maßkrugschlägereien, die wirklich harten Fälle von Körperverletzung bleiben aus – bis zu jenem Samstag.

An diesem Tag befand sich ein 19-jähriger Wiesn-Besucher zusammen mit seinem Cousin und weiteren Begleitern auf dem Festgelände. Gegen 20:50 Uhr trafen sie vor dem Weinzelt auf drei bislang unbekannte Männer. Schnell kamen die Männer ins Gespräch und vereinbarten ein Armdrücken zwischen dem späteren Täter und dem Cousin des 19-Jährigen.

Im Anschluss kam es zu einem heftigen Streit, wegen der offensichtlich vereinbarten 200 Euro, die der Verlierer zahlen sollte. Der 19-Jährige ging zu dem Verlierer packte diesen an den Schultern und schubste ihn. Dieser stolperte einige Schritte nach hinten, nahm einen leeren Weinkrug vom dortigen Tisch, holte leicht aus und schlug ihm damit ins Gesicht. Dabei wurde der junge Mann schwer am linken Auge getroffen, ging zu Boden und blutete stark.

Täter war tagelang auf der Flucht

Der Täter flüchtete mit seinen Begleitern in unbekannte Richtung. Der 19-Jährige kam zunächst in ein Münchner Krankenhaus, dann in eine Augenklinik. Wegen des hohen Blutverlustes schwebte das Opfer zunächst sogar in Lebensgefahr. Der junge Mann überlebte den Angriff zwar, erblindete aber auf einem Auge.

Nachdem die Polizei die Aufnahmen der Überwachungskameras auf der Wiesn ausgewertet hatte, veröffentlichte sie schließlich Bilder vom Täter. In Folge dieser Öffentlichkeitsfahndung hat sich der Mann nun der gestellt, wie die Münchner Polizei gegenüber der AZ bestätigte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I wurde Haftbefehl erlassen. Weitere Einzelheiten zum Fall sollen in Kürze bekanntgegeben werden.

 

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