Leben mit Concierge und Gemeinschaftsküche Ein Student erzählt vom Leben im "Friends Tower" am Hirschgarten

Der Student Ludwig Beer schätzt die Aussicht aus dem 13. Stock. Foto: Paul Nöllke

Das Wohnen der Zukunft? In der AZ spricht ein Bewohner der "Friends Towers" über das Leben mit Concierge, Gemeinschaftsküche – und darüber, wann es im Turm zu ruhig ist.

 

München - Von drinnen wandert der Blick zuerst nach draußen: Über die Bahngleise bis zu den Alpen kann man an guten Tagen sehen. "Der Ausblick wird nie langweilig", erzählt Ludwig Beer. Der Student wohnt seit über zwei Jahren in einem der zwei "Friends"-Türme am Hirschgarten. Die Türme sind der Höhepunkt des Neubauquartiers "Forum am Hirschgarten".

Erst 2017 wurden die 53 Meter hohen Gebäude fertiggestellt. Eigentlich sollten im Viertel vier 120 Meter hohe Gebäude entstehen. Das wurde allerdings verhindert: Die Türme hätten die Optik des Nymphenburger Schlosses beeinträchtigt.

Wie Freunde sollen sich die Bewohner der "Friends"-Türme fühlen

So entstanden die eher niedrigen "Friends"-Türme. Für das Projekt hatte sich der Bauherr, die LBBW-Immobilien, eine Tochter der baden-württembergischen Landesbank, trotzdem viel vorgenommen. Der Name "Friends" wurde nicht zufällig gewählt: Wie Freunde sollen sich die Bewohner der Häuser fühlen. Um das zu verstärken, gibt es eine Gemeinschaftsküche, ein Fitnessstudio und eine gemeinsame Dachterrasse. Die Anonymität, die Einwohner mancher Hochhäuser beklagen, sollte in den Türmen kein Problem sein. Das hatte sich zumindest der Architekt Ludwig Wappner vorgenommen. Ist das Konzept aufgegangen?

"Ich denke, das kommt auf die Bewohner an", sagt Beer. "Ich selbst nehme das Angebot hier gar nicht so viel in Anspruch, andere dafür umso mehr. Aber man kennt seine Nachbarn schon ganz gut." In der Gemeinschaftsküche war Beer bis jetzt nur einmal, die Dachterrasse nutzt er dafür gerne. "Man kann von da ganz München überblicken."

Auch etwas Besonderes ist der Concierge-Service im "Friends". "Das ist ganz praktisch, wenn man nicht zu Hause ist und Pakete bekommt", erzählt Beer. "Die kann dann der Concierge annehmen. Ich glaube, man könnte auch noch mehr Dienste in Anspruch nehmen, aber das habe ich irgendwie noch nicht versucht."

Münchens Neubauten: "Hier tut sich in den nächsten Jahren noch viel"

Der Student fühlt sich im Hochhaus wohl. Auch das Neubauviertel um den Turm habe sich in den letzten paar Jahren ganz gut entwickelt. "Es ist schon mehr los als früher", erzählt er. "Natürlich ist es manchmal noch etwas ruhig hier, dann muss man in die Stadt fahren."

Die meisten seiner Nachbarn sind jüngere Paare, sagt Beer. "Es gibt auch ein paar ältere Leute und auch Studenten, aber die sind in der Unterzahl." Viel Leerstand, zum Beispiel weil Leute mit dem Wohnraum spekulierten, gebe es nicht. "Ganz kann ich das natürlich nicht einschätzen, aber ich denke, die meisten Wohnungen sind auch bewohnt", glaubt der Student.

Beer hofft, auch die nächsten Jahre im "Friends"-Turm wohnen zu können. Die Wohnung gehört seinen Eltern, als er sein Studium begann, durfte er in den Turm einziehen. "Es gefällt mir hier schon sehr gut", sagt er. Beer hofft allerdings, dass das neue Viertel in den nächsten Jahren noch etwas lebendiger wird. "Bald sollen ja bei der Posthalle zwei richtige Hochhäuser entstehen", erzählt er. "Hier tut sich in den nächsten Jahren sicher noch viel."

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