Laut Werbeexperte "Bully hat medial nicht die Größe von Gottschalk"

Kennen sich bestens: Michael "Bully" Herbig und Thomas Gottschalk (r.) Foto: ddp images

25 Jahre lang machte Thomas Gottschalk Kinder und Eltern froh - als Werbebotschafter für den Süßwarenhersteller Haribo. In seine Fußstapfen wird nun Komiker Michael "Bully" Herbig treten. Doch kann er Deutschlands beliebtesten Lockenkopf würdig ersetzen?

 

Irgendwann geht jede Ära zu Ende. So auch die von Thomas Gottschalk (64) als Markenbotschafter des Süßwarenherstellers Haribo. Knapp ein Vierteljahrhundert warb der blonde Entertainer für die Goldbären aus Bonn. Damit ist nun Schluss. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge übernimmt nun der knapp 20 Jahre jüngere Michael "Bully" Herbig (46, "Buddy") diese Rolle. Die Nachrichtenagentur spot on news hat den Werbeexperten Ronald Focken von der renommierten Werbeagentur Serviceplan gefragt, ob Herbig ein guter Ersatz für Gottschalk ist.

"Grundsätzlich passt ein 'Bully' Herbig zu Haribo", so die erste Einschätzung des Experten. Aber "Gottschalk hinterlässt eine Lücke, die nicht so leicht zu schließen ist". Denn der Entertainer versprühe "Glamour, er ist auf der Weltbühne präsent". Herbig hingegen "ist mehr in Bayern verortet". Außerdem gebe es kaum "einen deutschen Prominenten, der generationsübergreifend so positiv besetzt ist" wie Gottschalk. Focken weiß aus eigener beruflicher Erfahrung, dass der blonde Lockenkopf "bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankommt".

Aber auch wenn Herbig "medial nicht die Größe" eines Gottschalks habe, so werde er trotzdem in der Lage sein, "gute und lustige Spots" zu machen. Inhaltlich sei er als Komiker dieser Aufgabe zweifelsohne gewachsen. Eine ähnlich lange Ära wie sein Vorgänger wird er aber "definitiv nicht" prägen können. "Dafür ist die Zeit zu schnelllebig, der Druck zu groß", so Focken. "Das mit Gottschalk war eine einmalige Situation und die wird es in der Form nicht wieder geben. Der Kontakt zwischen Gottschalk und Haribo kam damals über den Inhaber Hans Riegel höchstpersönlich." Das sei auch die "Grundlage für die 25-jährige Zusammenarbeit" gewesen, die Gottschalk sogar einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde einbrachte.

Bei einem Blick über die deutschen Grenzen hinaus sieht Focken jedoch ein kleines Problem in der Besetzung mit Herbig als Werbegesicht für Haribo. Der Komiker sei nämlich nicht "so international". In Deutschland seien die Märkte aber gesättigt. Wachstum sei kaum mehr möglich. "Deshalb muss man international gehen. Aber 'Bully' Herbig ist kein Weltstar wie George Clooney, den du in allen Ländern einsetzen kannst." Einen Trost hat der Fachmann dann aber doch noch für "Bully": "Herbig ist für Haribo sicher wesentlich glaubhafter als ein amerikanischer oder internationaler Star."

 

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