Krise beim VfL Wolfsburg Offiziell! - Nach Hecking muss auch Allofs gehen

, aktualisiert am 12.12.2016 - 17:16 Uhr
Muss einem Medienbericht zufolge den Vfl Wolfsburg verlassen: Klaus Allofs. Foto: dpa

Das Stühlerücken beim abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg geht weiter. Nach der Ablösung von Trainer Dieter Hecking muss auch Sport-Geschäftsführer Klaus Allofs beim letztjährigen deutschen Pokalsieger seinen Posten räumen.

 

Wolfsburg/Hamburg - Der Trainerwechsel ist wirkungslos verpufft, das teure Starensemble taumelt dem Abstieg entgegen - nun kostet diese gefährliche Gemengelage auch Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Klaus Allofs den Job. Nach einem Bericht des "kicker" ist die Zusammenarbeit zwischen dem 60-Jährigen und den krisengeschüttelten Niedersachsen seit Montag Geschichte. Der Verein selbst machte die Entlassung am frühen Montagabend öffentlich.

Sowohl im VfL-Aufsichtsrat als auch im Wolfsburger Profikader war der einstige Torjäger seit Längerem nicht mehr unumstritten. Allofs wurde zur Last gelegt, Fehler bei der Kaderplanung begangen zu haben. Auch beim öffentlichen Scharmützel mit dem wechselwilligen Nationalspieler Julian Draxler machte der Rheinländer nicht immer eine gute Figur.

Die "Wölfe" in der Krise

Knapp 20 Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg traut man insbesondere beim Hauptsponsor Volkswagen Allofs nicht mehr zu, für einen Umschwung zu sorgen. Aufgefallen war bereits, dass der Europameister von 1980 bei der desaströsen 0:5-Niederlage beim deutschen Rekordmeister Bayern München nicht wie sonst üblich auf der Bank saß.

"Die Winterpause ist die beste und einzige Gelegenheit, Veränderungen umzusetzen", hatte Allofs nach der Schlappe beim Tabellenführer geäußert. Doch nun ist klar, dass Geldgeber VW nicht mehr bereit ist, bis zum Jahresende zu warten und eine schnelle Trennung bevorzugt.

Nicht ausgeschlossen ist, dass die Norddeutschen zügig nicht nur einen neuen Sport-Geschäftsführer, sondern auch einen neuen Trainer präsentieren werden. Denn nach fünf Niederlagen in sieben Spielen dürfte auch Valerien Ismael kaum zu halten sein. Der Franzose hatte erst im Oktober die Nachfolge des in dieser Saison ebenfalls chronisch erfolglosen Dieter Hecking angetreten.

Ismael wirkte am Tag nach dem Debakel beim Titelverteidiger ratloser denn je: "Es gibt da Dinge, die sind nicht so einfach auszuräumen. Man muss sagen, dass wir der Verlierer dieses Spieltags sind." Nur aufgrund der besseren Tordifferenz ist der VfL als Tabellen-15. noch einen Platz von Relegationsrang 16 entfernt. Zehn Punkte aus 14 Spielen sind der schlechteste Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte.

Längst kursieren Namen rund um die Arena am Mittelland-Kanal. Für die Allofs-Nachfolge wird über Jens Todt, Horst Heldt und Matthias Sammer spekuliert. Als Ersatz für Ismael kämen angeblich Bruno Labbadia, der Portugiese Paulo Sousa und David Wagner (Huddersfield Town) infrage. Selbst ins Gespräch gebracht hatte sich am Samstagabend via TV der ehemalige HSV- und 96-Coach Mirko Slomka.

Speziell im Fall Draxler hatte Allofs indirekt eingeräumt, seine Haltung mittlerweile revidiert zu haben. Als der Mittelfeldspieler im Sommer über ein Interview seine vorzeitige Vertragsauflösung erzwingen wollte, stellte sich Allofs quer. Mittlerweile wäre man froh, den 23-Jährigen in der Winterpause für eine ansehnliche Ablösesumme abzustoßen, Draxler stand zuletzt nicht einmal mehr im Kader.

Für Pferdeliebhaber Allofs ist das vorzeitige Ende beim VfL der erste Rauswurf seit 17 Jahren. Seinerzeit wurde er als erfolgloser Trainer des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf gefeuert.

Einen Namen machte sich der zweimalige Torschützenkönig später als Manager bei Werder Bremen. In seine Amtszeit von 1999 bis 2012 fielen der Gewinn des Doubles 2004 und der Pokalsieg 2009. Zudem waren die Hanseaten über Jahre hinweg Stammgäste in der Champions League.

 

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