Langersehnter Fuß- und Radweg Peinliche Bau-Posse: Der Arnulfsteg kommt doch nicht!

So sah die geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahngleise zwischen Hacker- und Donnersberger Brücke aus. Doch daraus wird nun nichts. Foto: Lang Hugger Rampp GmbH Architekten

Die Fuß- und Radgängerbrücke über die Bahntrassen zwischen Westend und Neuhausen wird nicht mehr gebaut. Die ausführende Baufirma kann den Termin nicht einhalten und die Stadt kann auf die Schnelle auch niemand anderen auftreiben. Eine Posse.

Neuhausen/Westend - Es ist eine kleine Meldung mit großer Wirkung. Der Arnulfsteg, die Fußgänger- und Radlerbrücke über die Bahntrassen zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke, die das Westend und Neuhausen verbinden sollte, wird nicht gebaut.

Die "Fuß- und Radwegbrücke Arnulfpark über die zentrale Bahnachse am S-Bahnhaltepunkt Donnersbergerbrücke", so der etwas umständliche Projektname, sollte eigentlich ab 2017 die lang ersehnte Verbindung der beiden Stadtviertel darstellen und auch eine bedeutende Lücke im Münchner Radnetz schließen. Doch daraus wird nichts.

Die Termine können nicht eingehalten werden

Das ausführende Unternehmen, ein Verbund aus zwei Baufirmen, hat jetzt der Stadt mitgeteilt, dass es "die für Sommer 2016 vertraglich vereinbarten Termine für den Verschub der Brückenteile und die mit der Deutschen Bahn fixierten Sperrpausen nicht einhalten kann". Dabei hatte man sich extra für ein Unternehmen entschieden, das sich mit einer Auszeichnung für "konstruktiven Ingenierbau" schmücken darf.

Gleichzeitig sei der Stadt ein Ausstieg aus dem Vertrag angeboten worden; darauf ließ sich das Baureferat allerdings nicht ein, "in einem gemeinsamen Gespräch hat das Baureferat auf die bestehenden Vertragspflichten hingewiesen und darauf bestanden, dass die vertraglich vereinbarten Termine eingehalten werden." Doch dazu sah sich das Unternehmen nicht im Stande. "Damit ist das Baureferat leider gezwungen, den Auftrag zu kündigen und eventuell verursachte Schäden geltend zu machen."

"Eine Drittfirma kann nicht einspringen"

Doch damit nicht genug. Aufgrund der nicht mehr ausreichenden Vorlaufzeiten zu den fest vereinbarten Gleis-Sperrzeiten "kann auch eine Drittfirma nicht kurzfristig einspringen". Denn das Problem ist: Der Bahnverkehr sollte während der Bauarbeiten weiter laufen, die Sperrzeiten waren lange ausklamüsert worden.

Wenn also nicht kurzfristig eingesprungen werden kann, wann dann? Hierzu schreibt die Stadt in ihrer Meldung schlicht: "Erfahrungsgemäß ergeben sich neue Zeitfenster für Bauarbeiten auf dieser höchstfrequentierten Gleis-Trasse aber erst in einigen Jahren."

Allerdings muss dann, wohl in mittlerer Zukunft, das Baureferat der Stadt ein komplett neues Konzept vorlegen - was die Wartezeit nocheinmal verlängern dürfte.

Die Anwohner und viele Radfahrer sowie Fußgänger werden das alles nicht gerne hören, zu groß war die Vorfreude auf eine autofreie Verbindung parallel zur Donnersbergerbrücke. Doch daraus wird jetzt nichts - trotz Auszeichnung in "konstruktivem Ingienieursbau".

 

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