Lange Haftstrafen gefordert Urteile im Terrorprozess gegen Gruppe Freital

Nach 73 Verhandlungstagen wird im Prozess gegen die mutmaßlich rechtsterroristische "Gruppe Freital" das Urteil gesprochen. Den acht Angeklagten drohen lange Haftstrafen.

 

Dresden - Auf den Tag genau ein Jahr nach Beginn des Terror-Prozesses gegen die rechtsextreme "Gruppe Freital" wird heute vor dem Oberlandesgericht Dresden das Urteil gesprochen. Die acht Angeklagten im Alter zwischen 20 und 40 Jahren werden für insgesamt fünf 2015 in Freital und Dresden verübte Sprengstoffanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner verantwortlich gemacht.

Nach Sprengstoffanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner: Das fordert die Staatsanwaltschaft

Die Bundesanwaltschaft hat für die beiden mutmaßlichen Rädelsführer unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes Freiheitsstrafen von elf Jahren beziehungsweise zehn Jahren und neun Monaten gefordert. Für die anderen sechs Angeklagten plädierte sie auf Strafen zwischen neuneinhalb und fünf Jahren.
In wechselnder Zusammensetzung und Tatbeteiligung hatten Gruppenmitglieder das Auto eines Freitaler Linke-Stadtrats gesprengt und das Parteibüro der Linken in dem Dresdner Vorort angegriffen. Außerdem wurden in Deutschland nicht zugelassene Pyrotechnik aus Tschechien an Fenstern zweier Flüchtlingsunterkünfte in Freital zur Explosion gebracht und ein alternatives Wohnprojekt von Flüchtlingsunterstützern in Dresden gemeinsam mit Mitgliedern der rechtsextremen "Freien Kameradschaft Dresden" überfallen.

Diese Motive hatten die rechtsextremen Täter

Nur glücklichen Umständen sei es zu verdanken gewesen, dass bei den Anschlägen Menschen nicht schwer verletzt oder gar getötet wurden, führte die Bundesanwaltschaft aus. Die Gruppe habe "ein Klima der Angst und Repression" schaffen wollen. Ziel sei es gewesen, Ausländer zu vertreiben. Den Taten habe eine fremdenfeindliche, rechtsextreme und zum Teil nationalsozialistische Ideologie zugrunde gelegen.

Die Taten an sich sind nicht strittig und wurden teils von den Beteiligten selbst eingeräumt. Die Verteidigung wies jedoch sowohl den Vorwurf der Bildung und Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe als auch den des versuchten Mordes als überzogen zurück und forderte deutlich geringere Strafen als die Bundesanwaltschaft.

 

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