Landtagswahl 2013 Freie Wähler: Aus der Traum vom Königsmacher

Freude sieht anders aus: Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger nach Bekanntgabe der Prognosen Foto: dpa

 Die Freien Wähler landen bei der Landtagswahl 2013 mit 8,5 Prozent weit ab von der erträumten Marke 15 - eine dicke Schlappe.

München - Es hätte der große Abend von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger werden können. Bis zuletzt hatte er sich vor der Landtagswahl alle Koalitions-Möglichkeiten offen gehalten. Aiwanger, der Königsmacher entweder für Horst Seehofers CSU oder für SPD und Grüne – aus beiden Optionen wird jetzt nichts. Und so gibt sich der Mann, der sonst oft recht viel sagt, am Wahlabend wortkarg.

„Wir haben drei mal so viele Stimmen wie die FDP“, erklärt Aiwanger nach den ersten Prognosen. Und orientiert sich damit am eindeutigen Wahlverlierer. Dass selbst ein dreimal besseres Ergebnis als die Liberalen für die Freien Wähler eine Niederlage sind, das kam Aiwanger nicht über die Lippen. Nach satten 10,2 Prozent bei den Landtagswahlen 2008 sind die Freien Wähler mit 8,5 Prozent jetzt wieder in der einstelligen Realität. Vor der gestrigen Landtagswahl hatten sie noch von einem Ergebnis um die 15 Prozent geträumt.

Die gestrige Bilanz sieht anders aus: 60000 Stimmen verlor die Partei an die CSU, fanden die Wahlforscher der ARD heraus. „Wir haben uns wacker geschlagen“, glaubt Aiwanger trotzdem und sieht die Freien Wähler weiterhin als eine „klare Verantwortungspartei“. Doch politische Verantwortung wird es für sie in Bayern weiter nur auf kommunaler Ebene geben. Unterdessen versucht der Parteivorsitzende, schnell den frei gewordenen Platz der Liberalen zu besetzen. „Wir sind neben der CSU die Kraft in der bürgerlichen Mitte“, erklärt er im ZDF. Dagegen sei die FDP „weg vom Fenster“.

Deshalb will Aiwanger bis zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag kräftig die Werbetrommel rühren. „Ich werde jetzt auch klar kommunizieren: Freie Wähler wählen, nicht FDP. Bei der FDP sind die Stimmen verschenkt.“ Angesichts des dürftigen Wahlergebnisses im Kernland Bayern wird es für die Freien Wähler bei der Bundestagswahl aber schwierig werden, die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken. Denn Spitzenkandidat Christian Hanka ist kaum bekannt.

Es gibt auch Kritik am bislang unumstrittenen Chef Aiwanger und dessen Kurs, sich auf keine Koalitionen festzulegen. „Ich denke ein klarere bürgerliche Aussage, das wir nicht in Richtungs SPD tendieren, hätte uns sicher zwei, drei Prozent mehr gebracht“, sagt gestern Fraktionsvize Bernhard Pohl.

 

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