Landkreis Rosenheim Frau an Krücken wird auf dem Friedhof bestohlen

Bad Endorf mit der Kirche St. Jakobus neben dem Friedhof. Foto: imago/Westend61

Die Täterinnen ziehen ihr die Uhr vom Arm und die Kette vom Hals. Was die Münchner Polizei rät.

 

Rosenheim - Sie waren auf der Suche nach einem wehrlosen Opfer: Zwei Frauen haben am vergangenen Mittwochmittag auf einem Friedhof in Bad Endorf (Landkreis Rosenheim) eine 72-Jährige zunächst nach Geld gefragt und dann auf dreiste Weise bestohlen.

Es ist gegen 11:40 Uhr, als die 72-jährige Seniorin auf den Friedhof des kleinen Marktes Bad Endorf zur Grabpflege kommt. Weil die Dame laut Polizei eine Lendenwirbel-OP hinter sich hat, geht sie an Krücken und das Laufen fällt ihr schwer. Genau deshalb suchen sich die beiden Frauen, die die Seniorin aufgrund ihres Auftretens für Bettlerinnen hält, die wehrlose Dame aus. Sie ist allein, Passanten sind keine in der Nähe.

Eine der Frauen, laut Beschreibung etwa 50 Jahre alt und mit einen verwaschenen lilafarbenen Steppmantel, einen bunten Rock und billiger Sonnenbrille bekleidet, bittet die Rentnerin in gebrochenem Deutsch um Geld, die zweite hält sich im Hintergrund.

Der Seniorin kommt die Situation komisch vor, weshalb sie aus ihrer Manteltasche 20 Euro zieht und sie der Frau gibt - in der Hoffnung, dass diese sie in Ruhe lässt.

Doch es kommt anders: Die Frau schiebt den Ärmel der hilflosen Dame hoch, öffnet die Uhr, die sie am Handgelenk trägt und steckt diese ein. Anschließend zieht sie der Rentnerin auch noch ihre goldene Kette über den Kopf. Die 72-Jährige kann nichts tun. Die Diebinnen, laut Polizei der osteuropäischen Bettlerszene zuzuordnen, flüchten. Zurück zu Hause, verständigt die Geschädigte die Beamten.

Bei der Uhr handelt es sich um ein Modell der Marke Lagerfeld , sagt ein Sprecher der Polizeiinspektion Prien der AZ . Die goldene Halskette ist ein Familienerbstück, teilweise mit Edelsteinen besetzt. Der Wert des Diebesguts dürfte mindestens im dreistelligen Bereich liegen. Eine sofort eingeleitete Großfahndung bleibt ohne Erfolg.

Der örtlichen Polizei sind ähnliche Vorgehen bekannt - Leute würden an der Haustür überrumpelt, teilweise aggressiv nach Geld gefragt - ein Fall von solcher Dreistigkeit sei aber noch nicht vorgekommen.

Die Münchner Polizei wolle nicht ausschließen, dass einige Bettler auch zu Räubern würden, so ein Sprecher. Eine Trickbetrugs-Masche wie in diesem Fall sei aber nicht bekannt. Grundsätzlich rate die Polizei München nicht davon ab, Hilfsbedürftigen Geld zu geben - wenn man aber ein komisches Gefühl habe oder bedrängt werde, Geld zu geben, sei es immer besser, die 110 zu rufen.

 

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