Landgericht Geständnis im Mordprozess: "Ich wollte sie nur ängstigen"

Er gesteht die Tat ein und entschuldigt sich bei der Familie: Taifoun A. auf der Anklagebank. Foto: Daniel von Loeper

Weil sie sich von ihm getrennt hat, sticht er zu: Taifoun A. gesteht beim Prozessbeginn, seine junge Ehefrau getötet zu haben. Was sein Anwalt sonst noch angibt, wirft Fragen auf.

 

München „Ich bitte tausend Mal um Entschuldigung.“ Diese Worte spricht Taifoun A. zum Prozessauftakt vor allem in Richtung der Familie seiner toten Frau Sampre B.: Er hat die 29-Jährige mit mehreren Messerstichen getötet (AZ berichtete). Zur Tat selbst wollte er sich nicht weiter äußern.

Aber der 35-Jährige ließ über seinen Verteidiger Michael Adams diese Erklärung verlesen: „Herr A. räumt ein, seine Ehefrau Sampre am 14. Oktober 2013 im Eingangsbereich der Reginfriedstraße 2 mit einem Küchenmesser getötet zu haben.“

Dass sie starb, war nach Ansicht des Anwalts aber eher zufällig: „Herr A. ging davon aus, dass sie sterben könnte. Mit dem Messer wollte er sie aber nur beeindrucken und ängstigen. Ihren Tod hatte er nicht geplant. Seine Tat bedauert und bereut er sehr und entschuldigt sich bei der Familie des Opfers“, erklärte Adams.

Das war’s. Mehr will der Angeklagte zum Tathergang nicht preis geben. Laut Anklage hatte der 35-Jährige, der zuletzt als Küchenhilfe gearbeitet hatte, am Morgen des 14. Oktober seiner Frau in dem Giesinger Mehrfamilienhaus aufgelauert.

Mit fünf Messerstichen tötete er die Frau. Ein Stich öffnete das Herz der jungen Mutter. Sie verblutete. Der Täter stellte sich kurz nach der Messerattacke bei der Polizei.
Zur Tat sagte er gestern nichts, verriet aber, dass er sehr unter der Trennung von seinen Kindern gelitten habe. So sehr gelitten, dass er im August 2013 einen Selbstmordversuch unternahm.
Zu dieser Zeit hatte Sampre B. bereits ein Kontaktverbot gegen den Ex erwirkt. Nach einer langen Leidenszeit, denn ihr Mann hatte sie wohl bereits des Öfteren geschlagen, zuletzt dann das Mobiliar der Giesinger Wohnung im Beisein der Kinder zerstört.

Seiner Mutter, die aus Griechenland angereist war, um ihn zu unterstützen, habe er 120 Tabletten weggenommen und geschluckt. Mit Schaum vor dem Mund sei er ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dort habe er dann 14 Tage im Koma gelegen. Das stimmt allerdings nicht mit den ärztliche Unterlagen überein. Da sei nur von einer gewissen Müdigkeit die Rede, hieß es gestern.

Taifoun A. gab an, dass er am Abend vor der Tat Whisky und Bier getrunken, dazu Haschisch geraucht hatte. Mitten in der Nacht habe er sich übergeben müssen. Bei der Polizei hatte er noch angegeben, dass er gut geschlafen hatte. Nicht der einzige Widerspruch zu früheren Aussagen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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