Endergebnis steht fest 73 Stimmen mehr als nötig: FDP sicher im Thüringer Landtag

Jetzt hat er es tatsächlich geschafft: FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich bei der FDP-Wahlparty nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse. Foto: Frank May/dpa - Zentralbild/dpa/dpa

Ende einer Zitterpartie: Die FDP wird im künftigen Thüringer Landtag vertreten sein. Das amtliche Endergebnis fällt für die Liberalen knapp aus.

 

Erfurt - Knapp zwei Wochen nach der Landtagswahl in Thüringen ist es offiziell: Die FDP zieht mit 5,0 Prozent der Stimmen ins Thüringer Parlament ein.

Demnach übersprangen die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde um 73 Stimmen, wie Landeswahlleiter Günter Krombholz bei der Präsentation des amtlichen Endergebnisses am Donnerstag bekanntgab.

Damit endet das Bangen der FDP, die nach dem vorläufigen Ergebnis am Wahlabend lediglich 5 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde gelegen hatte. Nun wurde dieses Ergebnis korrigiert. Eine leichte Abweichung ergab sich auch bei der CDU, die nach dem amtlichen Endergebnis 21,7 Prozent der Stimmen statt 21,8 Prozent erreichte.

Mit 31,0 Prozent hat die Linke um Ministerpräsident Bodo Ramelow die Landtagswahl gewonnen, wie der Landeswahlausschuss einstimmig feststellte. Die AfD kam demnach auf 23,4 Prozent und landete vor der CDU auf Platz zwei. Die Sozialdemokraten liegen bei 8,2 Prozent, die Grünen bei 5,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,9 Prozent.

Die Regierungsbildung wird in Thüringen weiterhin schwierig bleiben, weil das favorisierte Bündnis von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Minderheitsregierung bilden müsste und auf Stimmen anderer Fraktionen angewiesen wäre, um zu regieren. Auch eine Konstellation unter Führung der CDU und ohne AfD hat keine Mehrheit. FDP und CDU haben eine feste Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen. Außerdem will keine der im künftigen Landtag vertretenen Parteien mit der AfD zusammenarbeiten.

Der Landeswahlausschuss prüfte in Erfurt jeden Wahlkreis einzeln. Dies sei angesichts des knappen Ausgangs der Wahl nötig, in dieser Form aber eher unüblich, hatte Krombholz eingangs gesagt. Die knappsten Ergebnisse hatte die FDP bisher beim Einzug in die Landesparlamente 2001 in Hamburg mit 680 Stimmen und 2013 in Hessen mit 911 Stimmen mehr als nötig. In Thüringen hatte die FDP bei der Wahl 2014 den Einzug ins Parlament verpasst.