Laim Balkone im Erdgeschoss und drohende Mieterhöhungen

Dieter Reiter bei seinem Stadtviertel-Rundgang, hier am Infostand an der Fürstenrieder Straße. Foto: SPD

OB-Kandidat Dieter Reiter (SPD) war am Samstag im Viertel unterwegs. Bei seinem Treffen mit den Bürgern ging es immer wieder ums Thema Mieten.

Laim -  Dieter Reiter, OB-Kandidat der Münchner SPD, war am Samstag in Laim vor Ort und sprach mit den verunsicherten Mieterinnen und Mietern.

Sein Fazit: Kaum zu glauben, wie hier mit langjährigen Mieterinnen und Mietern umgesprungen wird.

An ein altes Haus sollen Balkone gebaut werden, die keiner will und die die Mieten in die Höhe treiben.

Der Eigentümer, eine niederländische Firma, will die Balkone an die Nord- und Ostseiten bauen, sogar an die Wohnungen im Erdgeschoss. Mit den Balkonen steigen die Mieten. Modernisierung sagt der Eigentümer, davon kann keine Rede sein, sagen die Bewohner. Im Gegenteil: „185 Euro mehr Miete für einen Balkon, den ich nicht haben will und den ich nicht nutzen kann, weil er sowieso nach Norden raus geht“, sagt Gabriele Kiesewetter.

Sie wohnt seit 1966 in dem Haus, „und alles, was ich in meiner Wohnung gemacht habe, habe ich selbst gemacht, um die Miete niedrig zu halten. Mein Mann ist früh gestorben und ich hab' gewusst, dass ich eine kleine Rente haben werde.“

Das Haus aus den 20er Jahren ist in einem traurigen Zustand. Seit Jahren wurde hier nichts renoviert.

Ein provisorischer Filzteppich liegt seit Wochen kaputt im Treppenhaus. Da kann leicht jemand stürzen. Aus der Wand hängen alte Telefonleitungen. Die Wände sind lange nicht mehr gestrichen worden. Der Eigentümer will die Wohnungen verkaufen. Balkone sollen die Rendite steigern und vielleicht durch die höhere Miete den ein oder anderen Mieter rausekeln.

Thomas Winkelmann ist Student und wohnt mit seiner Lebensgefährtin in der 55 Quadratmeter großen Wohnung an der Perhamerstraße: „Mich wird das aus der Wohnung vertreiben - selbst wenn mir der Balkon gefällt, kann ich mir die Miete als Student dann nicht mehr leisten.“

Die 92-jährige Maria Bogner lebt seit 52 Jahren in dem Haus an der Stadtlohnerstraße. Gleich um die Ecke verläuft die viel befahrene Fürstenrieder Straße. „Was haben wir denn hier für einen Komfort“, fragt Maria Bogner den OB-Kandidaten, „nicht mal eine Zentralheizung haben wir. Ich brauche keinen Balkon und mit einer Mieterhöhung wird’s schwer.“

Dieter Reiter ist schockiert: „Die Stadt braucht ein Umwandlungsverbot – so kann das doch nicht weiter gehen!“

Der Ortstermin bei den Mieterinnen und Mietern war Teil der Stadtviertel-Tour in Laim. Dabei ging es immer wieder um das Thema Wohnen, ob am Infostand an der Fürstenrieder Straße oder im AWO-Alten und Service-Zentrum am Kiem-Pauli-Weg.

Nichts bewegt die Menschen so sehr, auch in Laim.

Andere Themen waren natürlich die Trambahn Westtangente und den Laimer Bahnhof: „Der Laimer Bahnhof muss endlich saniert werden“, fordert Dieter Reiter im Kulturzentrum Interim, in dem an diesem Tag die Kandidaten und Kandidatinnen für den Laimer Bezirksausschuss vorgestellt werden.

Zurück an der Fürstenrieder Straße: Der Biss-Verkäufer Hans Pütz steht da, wo er immer steht, vor dem Laimer Bürgerhaus. Jeden Tag ist er hier, acht lange Stunden, seit 19 Jahren, bei Wind und Wetter. Die Laimer kennen ihn, Hans Pütz ist eine Institution in Laim. „Jetzt bin ich 66 und es fällt mir schon schwer den ganzen Tag zu stehen, das strengt mich einfach an“, sagt Pütz und wünscht sich ein Foto mit dem OB-Kandidaten Dieter Reiter.

Am Abend ist großer Laternenumzug vor dem Laimer Familienzentrum. Es scheint, als ob alle Laimer Eltern und Kinder mit vielen Großeltern heute hier sind. Die bunten Laternen leuchten in der Dunkelheit: „Da werden Erinnerungen wach“, sagt Dieter Reiter, „als unsere Kinder klein waren.“

Mit dabei auf der Stadtteil-Tour von Dieter Reiter waren auch „Mr. Laim“, wie er hier nur genannt wird, Josef Mögele, der Vorsitzende im Bezirksausschuss SPD-Stadträtin Verena Dietl und viele andere.

 

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