Länderspiel gegen Slowakei Reifeprüfung für vier Azubis beim Weltmeister

Joshua Kimmich (links) und Julian Weigl im EM-Trainingslager in Ascona. Foto: GES/Augenklick

Julian Brandt, Julian Weigl und Joshua Kimmich fiebern ihrem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft entgegen. Dieses Trio und Leroy Sané wollen sich im Länderspiel gegen die Slowakei für ein EM-Ticket empfehlen.

 

Asona - Reifeprüfung für vier Azubis beim Weltmeister: Die drei 20-Jährigen Julian Brandt, Julian Weigl, Leroy Sané und der ein Jahr ältere Joshua Kimmich müssen nach bislang guten Leistungen im EM-Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft ihre EM-Tauglichkeit am Sonntag (17.45 Uhr/ARD) unter Wettkampfbedingungen im Länderspiel gegen die Slowakei nachweisen.

Nicht zuletzt von ihrem Auftritt gegen den 32. der FIFA-Weltrangliste in Augsburg hängt ab, ob sie den Sprung in das endgültige 23-köpfige Aufgebot von Joachim Löw für die EURO in Frankreich schaffen.

"Man darf sich selbst nicht zu sehr Stress machen, um nicht zu verkrampfen. Man hat im ersten Länderspiel nichts zu verlieren und muss locker aufspielen", sagte der Leverkusener Offensivspieler Brandt, der ebenso wie die beiden defensiven Mittelfeldspieler Weigl und Kimmich seiner Premiere in der A-Mannschaft entgegenfiebert.

Sané, der am 13. November 2015 beim denkwürdigen 0:2 gegen EM-Gastgeber Frankreich im Stade de France in Saint-Denis eingewechselt wurde, muss ebenfalls noch um sein EM-Ticket zittern. "Ich will versuchen, der Mannschaft weiterzuhelfen, aber letztendlich entscheidet der Bundestrainer", sagte der Schalker Shootingstar, der beim 7:0 im Geheimtest gegen die eigene U20 mit einem Treffer bereits Eigenwerbung betrieb.

Löw ist nach den ersten vier Trainingstagen am Lago Maggiore mit seinen Eleven zufrieden. "Sie machen alle einen sehr, sehr reifen Eindruck. Sie sind wissbegierig und im Training absolut konzentriert bei der Sache", sagte der Bundestrainer kurz vor dem Abflug der DFB-Auswahl nach Ausgburg.

Der 56-Jährige, der alle Neulinge und auch Sané einsetzen wird, meinte aber auch: "Ich möchte keinen zu großen Druck aufbauen, sie sollen die Lockerheit nicht verlieren." Dies ändert aber nichts an der Zielsetzung der Yougster.

"Wenn man es in den vorläufigen Kader geschafft hat, dann will man natürlich unbedingt auch zur EM", sagte Kimmich. "Es ist schon etwas ganz Besonderes, überhaupt bei der A-Mannschaft dabei zu sein. Von daher genieße ich jeden Tag", meinte Weigl.

Olympia als weitere Option

Der BVB-Jungstar hätte im Falle einer Nichtberücksichtigung ebenso wie seine Altersgenossen noch einen weiteren Pfeil im Köcher. "Die Olympischen Spiele sind schon eine Option. Wenn es mit der EM nicht klappen sollte, würde ich gerne daran teilnehmen. Aber zunächst haben wir mal die EM im Kopf", sagte Sané.

Löw selbst versicherte, dass er derzeit noch keinen potenziellen Streichkandidaten im Kopf hat: "Noch können sich alle präsentieren. Es gibt keine Tendenz."

Klar ist aber auch, dass er für das Turnier in Frankreich alle Postionen nur doppelt und nicht dreifach besetzt. Von daher sind sowohl Kimmich und Weigl für den defensiven als auch Sané und Brandt für den offensiven Bereich direkte Konkurrenten.

 

"Jeder verfolgt auf dem Platz seine eigenen Interessen, aber neben dem Platz verstehen wir uns sehr gut. Jeder gönnt einem nur das Bestmögliche", sagte Brandt, was Weigl unterstrich: "Sicherlich will man bei der EM dabei sein, aber man gönnt auch dem anderen die Teilnahme von Herzen."

Für den Ex-Löwen-Kapitän wird es voraussichtlich am schwersten. Denn für Weigl ist die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld am größten. Nur wenn es der angeschlagene Kapitän Bastian Schweinsteiger nicht schaffen sollte, hätte Weigl wohl eine Chance.

Kimmich hat den Vorteil, dass er auch in der Viererkette auf allen Positionen über Erfahrung verfügt.

Für Sané spricht vor allem seine Unberechenbarkeit. "Er ist schnell und ist für überraschende Aktionen gut", nannte Löw die Vorzüge des Schalkers.

Nur Außenseiterchancen dürfte Brandt haben. "Julian ist stark im Eins-gegen-Eins und geht mit Ball ein gutes Tempo", sagte Löw.

 

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