Laden in der Schellingstraße Studenten-Buchhandlung Frank pleite

Tradition in der Schellingstraße: Die Universitätsbuchhandlung Frank ist pleite. Quelle: Unbekannt

Jeder Student hat sich in diesem Buchladen schon mit Reclam-Heften eingedeckt: Das Traditionsgeschäft in der Schellingstraße hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

 

MÜNCHEN - Wo einst lebhaft über Fachliteratur gesprochen wurde, herrscht jetzt Stille. Das Personal ist in diesen Tagen eher damit beschäftigt, die Fragen der wenigen Kunden, die während der Semesterferien kommen, zur Zukunft des Ladens zu beantworten. So ist nur noch wenig von den kompetenten Ratschlägen zu hören, für die die Mitarbeiter der Buchhandlung Heinrich Frank in der Schellingstraße 3 sonst so gelobt werden. Das Traditionsgeschäft, in dem sich wohl jeder Student schon mal seine Reclam-Hefte besorgt hat, steht vor dem Aus.

In Zeiten, in denen Bücher bequem per Mausklick nach Hause bestellt werden können und die großen Filialisten dominieren, hat die Buchhandlung nicht mehr mithalten können. Auch deshalb hat Inhaber Martin v. Rudloff (62), der das Geschäft 1996 vom Voreigentümer übernommen hatte, wegen drohender Zahlungsunfähigkeit jetzt einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht stellen müssen. Dabei war das Geschäft, dessen Geschichte bis ins Jahr 1879 zurückreicht, immer ein fester Bestandteil des Münchner Buchhandels und für seine breite Auswahl an Fachliteratur bekannt. Und seine ideale Lage im Univiertel. Einen guten Ruf genießt auch das Angebot an französischer Literatur.

Nun ist Rechtsanwalt Rolf G. Pohlmann, der 2009 bereits die Buchhandlung Geobuch im Rosental vor dem Konkurs bewahrt hat, als Insolvenzverwalter eingesetzt worden, um zu retten, was zu retten ist. Zuletzt war die Buchhandlung gezwungen, ihr Sortiment zu reduzieren, was wiederum dem Namen geschadet hat.

Insolvenzverwalter, Inhaber und auch die Mitarbeiter wollen trotz der bedrückenden Situation nicht aufgeben, sehen eine realistische Chance für eine Sanierung. Dringend muss ein Investor gefunden werden, damit die Löhne dauerhaft gesichert werden können – und wieder lebendig diskutiert werden kann.

 

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