LaBrassBanda im AZ-Interview 2018 mit den Mofas ins Bierzelt – und zur AZ-Gala

Haben 2017 auf ihrer Around-the-World-Tour unter anderem in Mexiko, Neuseeland und Brasilien geblasen – im Februar tritt die Band auf der Geburtstagsgala der Abendzeitung auf: LaBrassBanda. Foto: Steph Wimmer

Im AZ-Interview verrät LaBrassBanda-Schlagzeuger Manuel da Coll, was die Band fürs neue Jahr geplant hat. Für die Geburtstagsgala der Abendzeitung verspricht er ein akustisches Schmankerl

Traktor, Mofas, Bierzelt – bei LaBrassBanda geht’s traditionell und gmiatlich zu. Das allerdings mit Vollgas. Die bayerische Blechblas-, Ska-, Reggea-, Brass-Band hat 2017 zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Dafür haben sich die Musiker mit einer Tour rund um den Globus beschenkt und das Album "Around the World" veröffentlicht.

Wenn die AZ am 8. Februar im Deutschen Theater zum 70. Geburtstag einlädt, sorgen die sieben Vollblutmusiker auf der Bühen für (Geburtstags-)Party-Stimmung. Bierzelttour, Moped-Aktion und Superbowl-Party: Was die Band aus Übersse 2018 alles vor hat und was es für die Gala-Gäste der Abendzeitung zu hören gibt, verrät Schlagzeuger Manuel da Coll im Interview.

AZ: Eins hat LaBrassBanda der Abendzeitung voraus: das Jubiläum. Herr da Coll, informieren Sie uns mal: Wie ist’s, wenn eine neue Dekade anbricht?
DA COLL: Da ist alles dabei! Bei uns war einfach brutal viel los: Wir haben die Welttour spielen dürfen, was immer ein Traum von uns war. Wir haben den Plattenrelease vom "Around the World"-Album gehabt und im gleichen Monat noch das Jubiläumskonzert in der Olympiahalle. Man darf sich als Jubilar also auch reichlich selber beschenken (lacht). Und man muss frisch bleiben, das Publikum fordern und sich neue Aktion einfallen lassen.

Die bei LaBrassBanda zum Beispiel wären?
Vor genau zehn Jahren sind wir mit dem Traktor zur Fußball-EM nach Wien gefahren. Jetzt haben wir uns für 2018 wieder eine kleine Moped-Tour überlegt. Und zwar spielen wir wieder eine Bierzelt-Tour. Dieses Mal wollen wir alle Orte vorab mit Mopeds besuchen, um mal nachzuschauen, was dort so los ist. Los geht’s aber zunächst einmal am 4. Februar auf der Superbowl-Party in Cham.

Bei Ihrer Welttournee im vergangenen Jahr sind Sie in die hintersten Ecken der Welt gereist, haben in brasilianischen Favela-Boazn gespielt und in Technoclubs in Tokio: Welcher Moment bleibt besonders positiv und welcher negativ in Erinnerung?
Das ist eine interessante Frage. Das liegt nämlich ziemlich nahe beieinander. Beides war in Brasilien. Und zwar haben wir an einem Tag in einer Sambaschule in Rio gespielt. Wir durften bei der öffentlichen Probe mitspielen. Die haben uns einfach ein paar ihrer Trommler hingestellt und gesagt: So, jetzt spielts amal. Das, was die da gespielt haben, war so elektrisierend, so eine positive Energie – uns hat’s einfach die Kinnlade runtergehauen. Und nur einen Tag später sind wir überfallen worden. Unser Kameramann wurde sogar mit einer Waffe bedroht, als sie ihm die Kamera abgenommen haben. Klar, man weiß, dass es in Städten wie Rio viel Verbrechen gibt, aber wenn man dem plötzlich so nahe ist, das ist dann schon krass. Da hat’s uns richtig kalt erwischt.


Der Unterschleißheimer Manuel da Coll ist Schlagzeuger bei LaBrassBanda. Seine Bandkollegen lernte er beim Studium am Richard-Strauss-Konservatorium in München kennen. Foto: Philipp Hirtenlehner

Welche Nation kommt denn tanztechnisch am Besten mit dem LaBrassBanda-Sound zurecht?
Das sind eindeutig die Mexikaner. Wahrscheinlich deshalb, weil die durch ihre Mariachi-Bands auch Blechblasinstrumente gewöhnt sind. Die haben genau gemerkt, worum’s geht. Manche sind extra nochmal nach Hause gelaufen und haben ihre Instrumente geholt, um mit uns vor Ort mitzuspielen. Das Konzert ist völlig ausgeartet, das war der Wahnsinn und mal ganz was anderes.

Etwas anders war auch Ihr Album "Kiah Royal", das Sie als Akustik-Set in einem Kuhstall eingespielt haben. Welche exotische Umgebung wird als nächstes als LaBrassBanda-Studio herhalten müssen?
"Kiah Royal" war schon besonders irre, ja. Aber für 2019 ist tasächlich schon was geplant – aber ich darf noch nicht zu viel verraten. Nur so viel: Wir wollen mit einem klassischen Orchester ein Stück erarbeiten. Ob wir das dann in der Philharmonie oder aufm Feld einspielen, da schau ma mal noch.

Apropos Feld: In dem Lied "Bauwagn" singt Stefan Dettl die Zeile: "Man muss den Platz spüren, wo man grad spielt. Drum schlaf ma im Auto und aufm Feld". Was war denn der exotischste Schlafplatz für LaBrassBanda bisher?
Aufm Botschaftsgelände in Washington.

Wie kam es denn dazu?
Das ist zwar schon ein paar Jahre her, aber das war auf dem deutschen Botschaftsgelände in Washington D.C. Wir haben dort gespielt, aber der Nightliner-Bus, in dem wir übernachten hätten sollen, der kam nicht. Da gab’s irgendwie ein Problem mit der Zeitverschiebung. Dann stand da im Garten so ein Monopteros wie im Englischen Garten, es war sauheiß und wir haben dann einfach gefragt, ob wir nicht da draußen schlafen können. Die in der Botschaft waren total entspannt – und wir haben unter freiem Himmel in der deutschen Botschaft in Washington genächtigt.

Wieder zurück nach München und "Kiah Royal" – was fällt Ihnen zu der gleichnamigen Serie von Helmut Dietl ein?
Mei, die Schickeria – ich glaube, die gibt’s zwar noch, aber sie schlägt keine Wellen mehr. Im Vergleich zu heute ist’s da in den 80er Jahren in Schwabing schon ganz anders zugegangen. Der Schalk im Nacken, den der Dietl so gut inszeniert hat, der verschwindet mehr und mehr. Die Leut’ werden einfach immer braver.

Hat LaBrassBanda für den Auftritt bei der AZ-Gala am 8. Februar auch ein musikalisches Schmankerl dabei?
Wir versuchen, die Schickeria ein bisschen einzufangen. Mal schauen, aber irgendwas lassen wir uns da noch einfallen. Vielleicht gibt’s eine Art 80er-Medley oder sowas in die Richtung.


Alle Tourdaten und Bandinfos finden Sie auf labrassbanda.de

Karten für die AZ-Gala und LaBrassBanda live gibt’s unter: shop.az-muenchen.de

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