KZ-Gedenkstätte Dachau Gestohlene KZ-Tür: Leiterin will keine Kopie

Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann Foto: dpa

Die eine oder keine: Die Leitung der KZ-Gedenkstätte Dachau will, anders als der Stiftungsrat, die gestöhlene Eingangstür nicht durch eine neue ersetzen. Ob die Lücke bleibt, ist dennoch unklar.

Dachau - Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau hat sich gegen eine Kopie der gestohlenen Tür mit der zynischen Aufschrift "Arbeit macht frei" ausgesprochen. Gabriele Hammermann steht damit im Widerspruch zum Stiftungsrat. Sie wünscht sich vielmehr, die Lücke als Mahnmal zu erhalten. "Auf einer Informationstafel am Ort sollten selbstverständlich die Hintergründe des Diebstahls und die Geschichte des Lagertors beschrieben werden", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Das Tor war im vergangenen November gestohlen worden und ist seitdem verschwunden.

Sollte es entgegen der Meinung Hammermanns dennoch auf eine Kopie des Tores hinauslaufen, sollte wenigstens ein Material gewählt werden, "das eindeutig als neue Zutat erkennbar ist", so die Leiterin der KZ-Gedenkstätte. Zur Begründung sagte sie, dass zwar der Schriftzug "Arbeit macht frei" schon eine Nachbildung gewesen sei, "die Tür war jedoch ein Original". Man mache es sich zu einfach, "wenn man diese Lücke nach dem größten Anschlag auf die Gedenkstätte einfach schließt". Es gehe auch um die Frage, "was dieser Vorfall über den Zustand unserer Gesellschaft aussagt".

Ende Januar hatte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten beschlossen, die Gedenkstätten in Dachau und Flossenbürg künftig mit Videokameras zu überwachen. Zudem sollen Sicherheitskräfte vermehrt Streife gehen.

 

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