Münchens Party-König Wolfgang Nöth macht plötzlich Riesen-Feiern in der Theaterfabrik. Im Viertel wachsen die Sorgen. Der Bezirksausschuss zeigt sich irritiert.

Der Bogenhauser Bezirksausschuss (BA) wundert sich, denn an der Musenbergstraße 40 werden seit kurzem ganz offiziell große Partys gefeiert. Der Münchner Party-König Wolfgang Nöth hat mit seiner "LaMaWo Gbr" das Gelände eines ehemaligen Holzlagers in Johanneskirchen, in Sichtweite zum Unterföhringer Heizkraftwerk, zur Partylocation umgestaltet. "Mit unserem 1.000 Quadratmeter großen Spiegelsalon bieten wir Ihnen Platz für 650 Personen", heißt es auf der LaMaWo-Website. Vor allem für große Hochzeiten bietet sich der Spiegelsalon auf der südlichen Seite der großen Halle an, während der nördliche Teil für Konzerte mit maximal 1.200 Gästen vorgesehen ist.

Neue Theaterfabrik in München: Bürger beschweren sich über laute Partygäste

Der Bezirksausschuss ärgert sich, denn erfahren hat er von der neuen Party- und Konzertmeile "durch eine Vielzahl von Beschwerden und Berichten lokaler Medien". Mit der offiziellen Baugenehmigung für die Eventlocation war das Gremium nicht befasst. "Die betroffenen Bürger beschweren sich über laute Partygäste bis spät in die Nacht, die in der Gegend herumziehen und lärmen", heißt es im Antrag von CSU und Grünen, in dem die Stadt aufgefordert wird, die Nutzung zu unterbinden, falls es keine gültige Baugenehmigung gibt.

Doch für den "Spiegelsalon" wurde laut Ingo Trömer vom Planungsreferat "im Oktober 2016 ein Veranstaltungsraum für 650 Personen genehmigt". Ein Baugenehmigung gibt es für den nördlichen Hallenteil, die "Neue Theaterfabrik", bisher nicht. Doch Einzelveranstaltungen wurden dort zugelassen, weitere folgen am 10. April und 18. Mai. Diese wurden laut Trömer in Abstimmung von Planungsreferat, Branddirektion und Polizeiinspektion durch das Kreisverwaltungsreferat erlaubt. "Ein Bauantrag für die Nutzung dieses Hallenteils wurde vom Betreiber angekündigt", so Trömer weiter.

"Gleiches Recht für alle!" forderte Christiane Hacker (SPD) im BA. "Wenn wir im Klinikum Bogenhausen einen Ostermarkt für 200 Leute machen, muss ich 16 Antragsseiten ausfüllen und zehn Seiten Auflagen beachten!" Und das für einen karitativen Zweck, während Nöth, der Geld damit verdiene, so einfach davon komme. Wolfgang Nöth hat mit seinen Konzert- und Party-Arenen das Münchner Nachtleben entscheidend geprägt. Viele Nachtschwärmer werden sich an Alabamahalle, Kunstpark Ost und die legendären Partys in den Hallen des aufgelassenen Flughafens Riem erinnern. All das ist Geschichte und das Party-Volk braucht neue Orte, vielleicht in Johanneskirchen.

Doch erst will der BA mitreden. "Bei jeder Dachgaube werden wir gefragt und bei Konzerten mit 1.000 Leuten ist das ebenfalls dringend nötig", so BA-Chefin Angelika Pilz-Strasser (Grüne) – bei der nun die Beschwerden auflaufen.

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