Im Bezirksausschuss Johanneskirchen gibt es Ärger um die Läden vom alten Hallenkönig Wolfgang Nöth – der schießt jetzt zurück.

Johanneskirchen - "Spiegelsalon" und "Neue Theaterfabrik" heißen die Hallen an der Musenbergstraße 40. Seit einigen Monaten finden dort Konzerte und Hochzeiten statt. Beim Bezirksausschuss (BA) laufen seitdem Nachbarklagen über nächtlichen Lärm, mehr Verkehr und zugeparkte Straßen ein – und damit über Münchens ehemaligen Hallenkönig Wolfgang Nöth, der die beiden Läden betreibt.

Während Veranstaltungen für 650 Personen im Spiegelsalon genehmigt sind, fehlt für die Neue Theaterfabrik (1.400 Leute) noch das Okay der Lokalbaukommission (LBK). "Wir dachten, es ist sinnvoll, sich über die Theaterfabrik noch mal auszutauschen", erklärte Thomas Rehn von der LBK im BA-Planungsausschuss.

Beschwerden über Lärm

Der Spiegelsalon auf dem ehemaligen Holzhandels-Gelände sei genehmigt, der Bauantrag für die Theaterfabrik in Bearbeitung. Derzeit prüfe das Gesundheitsreferat die Lärmproblematik. Per Einzelerlaubnis der LBK gab es trotzdem schon mehrere Konzerte in der Theaterfabrik. Das stieß dem BA auf und er einigte sich mit der Behörde, Konzerte erst wieder zu genehmigen, wenn der Bauantrag abgesegnet ist. Doch Rehn warb für eine Veranstaltung am 21. September: "Wir dachten, das wäre gut für Lärmmessungen vor und während des Konzerts."

Allzu schlimm kann der Zusatzkrach laut Rehn nicht sein, denn die Hallen stehen im Gewerbegebiet, wo "auch Lärm sein darf". Zudem scheine durch die S-Bahn der zulässige Lärmpegel auch so schon überschritten. BA-Planungssprecher Robert Brannekämper (CSU) wies auf die Wohnungen des Bezirks Oberbayern gegenüber der Hallen hin, deren Parkplätze regelmäßig belegt würden. Laut LBK gibt es aber mehr Parkplätze als vorgeschrieben außerhalb des Straßenraums. Die würden durch Ordner geregelt und bei Noteinsätzen für die Autos gesperrt.

Wolfgang Nöth sauer: "Was ist in dieser Stadt los"?

Hallenmogul Wolfgang Nöth platzte der Kragen: "Mit dem Auto sollen sie nicht kommen, zur S-Bahn gehen und reden auch nicht. Was ist in dieser Stadt los?" Petra Cockrell (CSU) dazu: "Die Anwohner haben Lärm und Verkehr, der zuvor nicht da war!" Die Sorge des BA, beide Hallen würden zugleich belegt, entkräftete die LBK.

Das werde im Bescheid festgeschrieben. Der scheint ohnedies nur Formsache zu sein, denn allein für Oktober läuft der Vorverkauf für sieben Konzerte in der Theaterfabrik. Robert Brannekämper erklärte: "Wir müssen austesten, was geht!"