Kultusminister Spaenle begeistert Deutscher Lehrerpreis: Fünf Auszeichnungen für Bayern

Lehrer des Gymnasiums Olching freuen sich am 30.11.2015 nach der Verleihung des Deutschen Lehrerpreises in Berlin. Foto: dpa

Eine Mathelehrerin, die ihre Schüler sogar für verhasste Tests begeistert, ein Deutschlehrer, der sich erfolgreich auf die Mitarbeit seiner Schüler verlässt, und ein wissenschaftsbegeistertes Pädagogenteam: Beim bundesweiten Lehrerpreis waren die Bayern spitze.

Berlin/Augsburg/Nürnberg - Beim diesjährigen Deutschen Lehrerpreis hat Bayern fünf Auszeichnungen abgeräumt - mehr als jedes andere Bundesland. Während des Festakts am Montag in Berlin wurden zwei Pädagogen, Christine Frank aus Augsburg und Johannes Uschalt aus Nürnberg, mit Einzelpreisen geehrt.

Ein Lehrerteam vom Gymnasium im oberbayerischen Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck) erhielt ferner bei dem bundesweiten Wettbewerb den ersten Preis für innovative Unterrichtsprojekte. Zudem waren zwei weitere Teams aus dem Freistaat erfolgreich: Lehrer aus Coburg erhielten den dritten Preis und Kollegen aus Landshut den Sonderpreis, wie die Organisatoren berichteten.

Insgesamt wurden 13 einzelne Lehrer und 6 Lehrerteams aus ganz Deutschland prämiert. Bayern holte mit den fünf Preisen die meisten Auszeichnungen eines Bundeslandes, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen folgten mit jeweils vier Preisen. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) meinte zu dem Erfolg, dass die in Berlin Ausgezeichneten stellvertretend für die vielen bayerischen Lehrer stünden, "die in der Bildung und Erziehung junger Menschen mit besonderem Engagement, innovativen Ideen und motivierenden Methoden Wege höchst modernen Unterrichts beschreiten".

Christine Frank, Lehrerin für Mathematik und Physik am Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg, und Johannes Uschalt, der Deutsch, Geschichte und Sozialkunde am Dürer-Gymnasium in Nürnberg unterrichtet, waren in der Kategorie "Schüler zeichnen Lehrer aus" erfolgreich. Die Schüler hatten die zwei Pädagogen wegen ihres besonders anschaulichen und innovativen Unterrichts vorgeschlagen.

Über Mathelehrerin Frank schrieb ein Schüler: "Mit ihrer ruhigen, aber doch strengen Art hat sie es sogar geschafft, den von den meisten Schülern verhassten Signifikanztest näher zu bringen." Über ihren Nürnberger Kollegen Uschalt wurde berichtet: "Sein Unterricht verlässt sich darauf, dass die Schüler sich den Stoff erarbeiten, und erstaunlicherweise funktioniert es."

Sieger in der Kategorie "Lehrer: Unterricht innovativ" wurde ein zwölfköpfiges Pädagogen-Team vom Gymnasium Olching. Es hatte das Projekt "My Science" für alle Jahrgangsstufen initiiert. Schüler konnten dabei in eine Forscherrolle schlüpfen. Dafür wurde ein "Science Lab" eingerichtet, ein gut ausgestattetes Labor mit Werkstatt. Ältere Schüler betreuten jüngere bei dem Modell, das teilweise in Form einer Casting-Show organisiert war. Die Ergebnisse wurden dann bei einer größeren Veranstaltung öffentlich präsentiert.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): "Ich bin sehr erfreut, dass die ausgewählten Projekte in diesem Jahr auch die Flüchtlingsthematik aufgreifen. Investitionen in Bildung und Integration sind von herausragender Bedeutung. Allein die Stadt München ist derzeit für etwa 5.600 unbegleitete junge Flüchtlinge zuständig. Ich freue mich heute auch ganz besonders, dass in diesem Jahr eine so renommierte Auszeichung wie der Deutsche Lehrerpreis an eine Schule im "Großraum München" verliehen werden kann: Herzlichen Glückwunsch an das Gymnasium Olching zum 1. Preis in der Kategorie 'Unterricht innovativ' für ihr Projekt My Science."

Rund 3800 Schüler und Lehrer beteiligten sich heuer an dem Wettbewerb. Er wird seit 2009 jährlich von der Vodafone-Stiftung und dem Deutschen Philologenverband veranstaltet.

 

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