Kulturpolitik Ude sieht Pläne für Isar-Philharmonie skeptisch

Die Grafik zeigt einen Entwurf für den möglichen Neubau eines Konzertsaals auf der Münchner Museumsinsel neben dem Deutschen Museum. Foto: dpa

Oberbürgermeister Christian Ude hält nur wenig von den Plänen, nach München eine repräsentative Isar-Philharmonie zu bauen. Wichtiger sei da schon eine Ausweichspielstätte für die Nürnberger Oper.

 

Nürnberg - Der bayerische SPD-Spitzenkandidat Christian Ude hält eine Ausweichspielstätte für die Nürnberger Oper wichtiger als das Neubauprojekt der Isar-Philharmonie in München. „Auf der Dringlichkeitsliste steht bei mir ganz vorne, dass Nürnberg einen Umbau der Oper vor sich hat und da einen Saal benötigt, wenn es nicht fünf oder mehr Baujahre einen Stillstand der klassischen Musik geben soll“, sagte der Münchner Oberbürgermeister den „Nürnberger Nachrichten“ (Montagausgabe). Es gehe dabei um „verhältnismäßig bescheidene finanzielle Dimensionen“, das habe Vorrang.

Zur Finanzierung des Nürnberger Kulturprojekts betonte der SPD-Politiker, eine „Halbe-Halbe-Regelung“ zwischen Stadt und Regierung sei aus seiner Sicht „doch das Mindeste“. Schließlich werde die Oper, die in dem Konzertsaal zwischenzeitlich untergebracht werden soll, auch zur Hälfte vom Freistaat getragen.

Zur geplanten Isar-Philharmonie in München sagte Ude, die Stadt München sehe das Projekt „mit größter Skepsis und vor allem ohne jede Eilbedürftigkeit“. Die öffentliche Hand müsse bis 2030 nämlich noch 80 Millionen Euro aufbringen, um das bestehende Konzertzentrum Gasteig überhaupt zu erwerben. Der SPD-Spitzenkandidat betonte: „Ich finde es schon sehr verwegen, von einem größeren und neueren Auto zu träumen, bevor man das alte überhaupt abgezahlt hat.“

 

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