Kultur Vordenker des solaren Zeitalters

Hermann Scheer, Träger das alternativen Nobelpreises, starb im Alter von 66 Jahren

 

An diesem Montag wollte Hermann Scheer zusammen mit Oberbürgermeister Christian Ude sein neues Buch „Der energethische Imperativ" (Kunstman Verlag) in München vorstellen. Doch völlig überraschend starb der Publizist und Umweltaktivist am Donnerstagmittag in Berlin im Alter von 66 Jahren an Herzversagen.

Bekannt war der SPD-Bundestagsabgeordnete vor allem als Verfechter des Einsatzes erneuerbarer Energien. Dafür erhielt er zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Weltsolarpreis 1998 und den Alternativen Nobelpreis 1999. Zudem war er Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar) und Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte, früher als andere habe Scheer erkannt, dass eine Fortführung der derzeitigen Art des Energieverbrauchs eine Katastrophe für die Umwelt und ein Ende der menschlichen Zivilisation bedeuten würde. „Hermann Scheer war ein politischer Visionär, der kein Träumer war“, sagte Gabriel.

Die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir erklärten, Scheer sei ein „Vordenker und Architekt des solaren Zeitalters“ und somit auf besondere Weise mit den Grünen verbunden gewesen. „Wir trauern um einen Freund“, betonten die Parteichefs. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) sagte: „Viele Dinge sind ohne Hermann Scheers Aktivitäten gar nicht denkbar gewesen.“ Als Beispiel nannte er die neue Internationale Organisation für Erneuerbare Energien IRENA, die in Abu Dhabi angesiedelt ist. Ole von Uexküll, Direktor der Stiftung, die den Alternativen Nobelpreis vergibt, sagte, Scheer habe Tausende Mitstreiter gefunden. Sie würden seine Arbeit fortsetzen, „aber sie treten in große Fußstapfen“.

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