Kultur Lorin Maazel wird Chefdirigent der Münchner Philharmoniker

Stardirigent Lorin Maazel Foto: dpa

MÜNCHEN - Stardirigent Lorin Maazel wird neuer Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. „Er wird die Philharmoniker zu Höchstleistungen motivieren", sagte Oberbürgermeister Christian Ude.

 

"Ich bin sicher, er wird das Orchester der Stadt zu Höchstleistungen motivieren und das Münchner Publikum begeistern können“, sagt Oberbürgermeister Christian Ude. „Mit der Berufung von Lorin Maazel ist es gelungen, einen weltweit herausragenden Dirigenten zu verpflichten.“

Am gestrigen Mittwoch segnete der Stadtrat einstimmig den Vertrag mit dem Dirigenten ab, der München gut kennt: Von 1993 bis 2002 war er Chef des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. „Ich erachte die Position bei den Münchner Philharmonikern als eines der repräsentativsten Ämter heute in der Welt der klassischen Musik“, schmeichelte der Dirigent seinem zukünftigen Orchester, das derzeit mit seinem Generalmusikdirektor Christian Thielemann durch Japan tourt.

Der Friedensstifter

Maazel wird im Herbst 2012 antreten, wenn Thielemann nach einem heftigen Streit um seine Kompetenzen als Generalmusikdirektor zur Staatskapelle Dresden wechselt. Der Konflikt kam beim Publikum nicht gut an. Das Engagement Maazels soll die Wogen glätten.

„Mit ihm gewinnen wir einen Künstler, dessen Karriere in der Musikwelt brillant und außergewöhnlich ist“, sagte der Philharmoniker-Intendant Paul Müller. Auch die Orchestervorstände Stephan Haack, Wolfgang Berg und Konstantin Sellheim begrüßen die Entscheidung: „Die Wahl des weltweit geschätzten Dirigenten bedeutet für das Orchester, sich auch in Zukunft national und international auf allerhöchstem Niveau präsentieren zu können.“

Der 80-Jährige stand schon mit mit neun Jahren bei der New Yorker Weltausstellung von 1939 vor einem großen Orchester. Seinen runden Geburtstag feierte er am 6. März standesgemäß im Konzertsaal, die Wiener Philharmoniker dirigierend. „Ich denke, ich könnte vielleicht mit 95 frühzeitig in Pension gehen“, scherzte Maazel kürzlich. „Vermutlich ändere ich meine Meinung aber, wenn ich das Alter erreicht habe.“ Er kann auf gute Gene hoffen: Seit Vater starb erst im vergangenen Jahr im Alter von 106 Jahren. Maazels Vertrag soll bis 2015 laufen. Wenn das unter den Nachwehen des Streits mit Thielemann leidende Orchester die Zeit unter Lorin Maazel nutzt, um ernsthaft über die Zukunft nachzudenken und einen aufregenden jungen Nachfolger zu finden, werden es keine verlorenen drei Jahre sein.

 

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