Kultur Debütanten, die ganz oben einsteigen

Münchens neue Pop-Hoffnung: Jacob Brass ist ein Singer-Songwriter, bei dem schon mal der eigene Manager wegen Überfüllung nicht ins Konzert kommen kann. Foto: Veranstalter

AZ präsentiert die Nachwuchs-Stars Jacob Brass und This Is The Arrival aus München

 

Es spielten sich seltsame Szenen ab vor gut zwei Wochen vor der Black Box im Gasteig: Dutzende Menschen drängelten sich vor der Tür, begehrten vergeblich Einlass – wegen Überfüllung geschlossen. Und das, obwohl auf der Bühne gerade mal ein Münchner Debütant seine erste CD vorstellte, ein Nachwuchs-Musiker namens Jacob Brass. Selbst sein eigener Manager kam nicht rein, so groß war der Andrang.

Heute Abend gibt es eine neue Chance, Jacob Brass live zu erleben: Beim von der AZ und Bang Bang! Concerts räsentierten Munich-Rocks-Abend im Ampere, wo er gemeinsam mit der Münchner Band This Is The Arrival zeigen will, dass „die bayerische Musikszene besser ist als ihr Ruf“. So die Vorgabe der heimischen Talenten gewidmeten Reihe, die heuer in die vierte Runde geht.

Ein Einstieg, von dem andere Musiker nicht mal träumen dürfen

Jacob Brass ist schon mal insofern ein Phänomen, weil er vom Start weg ganz oben einsteigt im Musikgeschäft. Der Sohn des Komponisten Nikolaus Brass macht seit frühester Jugend Musik und gilt schon länger als das ganz große Talent dieser Stadt, das demnächst den sprichwörtlichen Durchbruch schaffen wird. Wenn den 24-Jährigen noch irgendetwas aufhalten kann, dann ist das wohl genau das Stigma, ein ewiges Talent zu sein, das mit zu viel Geld zu früh zu glatte Popmusik produziert hat. Denn Brass legt ein Debüt hin, von dem andere Musiker nicht mal träumen dürfen: Geschliffen in der Hamburger „Popkurs“-Schule, gefördert mit massiven finanziellen Mitteln vom „Gewächshaus“-Projekt der Bertram-Pohl-Foundation, aufgenommen mit Orchester in den Abbey-Road-Studios in London. So entstand ein Debüt als Singer-Songwriter, das so ausgereift und perfekt ist, dass es überall für Erstaunen sorgt. Doch alle Förderung nutzt nichts, wenn man vor Publikum auf der Bühne steht – heute Abend kann Brass sein Riesentalent „pur“ zeigen.

Die zweite Band, This Is The Arrival, ist ebenfalls ein Senkrechtstarter im Musikgeschäft: 20-jährige Pop-Künstler, die schon mit Silbermond auf der Bühne standen und einen Plattenvertrag in der Tasche haben. Ihr dezenter, versponnener Britpop ist absolut radiotauglich und soll heuer erstmals auf einem kompletten Album erscheinen.

Munich Rocks ist eine Kooperation zwischen dem Kulturreferat und dem Muffatwerk und findet seit einem Jahr regelmäßig statt. Sie will qualitativ guten Bands jeglicher Musikrichtung einen Rahmen bieten, in dem sie sich der Öffentlichkeit präsentieren können.

Michael Grill

Munich Rocks mit Jacob Brass/This Is The Arrival heute ab 21 Uhr im Ampere (Muffatwerk), der Eintritt ist frei

 

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