Kritik zu Auftritt in München Bryan Adams: So war sein Konzert in der Olympiahalle

Bryan Adams (hier während eines Konzerts in Bensheim im Juni 2014). Foto: dpa

Einerseits eine Remineszenz an sein "Reckless"-Album aus dem Jahre 1984, andererseits aber auch ein vorweihnachtliches Wunschkonzert. Bryan Adams aus Kanada bleibt in der ausverkauften Olympiahalle wie immer ambivalent.

München - Bryan Adams - halb Rockmusiker, zur anderen Hälfte aber auch Autor und Interpret von süßlichen Pop-Schnulzen. Dass ihm diese Zweigleisigkeit über all die Jahrzehnte keineswegs geschadet hat, beweist sein anhaltender Erfolg. Und die begeisterten Reaktionen seiner Fans, quer durch alle Altersgruppen.

Man sieht es ihm nicht unbedingt an, aber er hat doch schon etliche Jahre hinter sich. Und kokettiert auch damit: "Erinnert Ihr Euch noch an Langspielplatten?", fragt er schmunzelnd sein Publikum, "an so komische schwarze Dinger, die man mit einer Nadel abspielen musste, die dann immer hängen blieb? Oder an CDs? Das sind so silberne kleine Scheiben, die man heutzutage in die Bäume hängt, um Vögel fernzuhalten!"

In welcher Form auch immer seine Songs nun an den Fan gebracht werden, etliche davon haben schon längst Evergreen-Status erreicht: "Run To You", "It's Only Love", das er einst im Duett mit Tina Turner gesungen hat, das unverwüstliche "Cuts Like A Knife" und natürlich die Hymne "The Summer Of '69". Das Publikum erkennt sie sofort, singt fleißig mit und feiert sowohl den Künstler als auch die eigenen Jugenderinnerungen. Richtig heilig wird's dann bei den Schnulzen wie "Heaven" oder auch "Everything I Do, I Do It For You".

Adams kann die Gesangspartien fast vollständig seinen Anhängern überlassen, so textsicher sind sie. Dass ein Großteil des Abends dem 30 Jahre alten Album "Reckless" gewidmet ist, geht auf Grund der übermäßigen Hit-Power fast ein bisschen unter. Dabei zeigt der Star mit seinen Musikern gerade hier, was er wohl am liebsten wäre: ein echter Rocker. Aber dieser Zug ist wahrscheinlich abgefahren.

Trotzdem gelingt Bryan Adams der Spagat zwischen Rock und Pop immer wieder. Zumal er inzwischen sein Gitarrenspiel deutlich ausgebaut hat und passagenweise geschickt in den Vordergrund stellt.

 

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