Kritik an Real-Stürmer "Kein Platz im Nationalteam" für Karim Benzema

Stürmer bei Real Madrid und in der französischen Nationalmannschaft: Karim Benzema. Foto: dpa

Die Attacken von ranghohen Politikern und Sportlern gegen den in eine Erpressungsaffäre verwickelten Fußball-Star Karim Benzema reißen in Frankreich nicht ab.

Paris - Nach Premierminister Manuel Valls, Schwimmstar Camille Lacourt und weiteren Persönlichkeiten sprach sich auch die aufstrebende Rechtsextreme Marine Le Pen für einen Ausschluss des Stürmers aus der Nationalelf aus.

Benzema hätte wegen seiner mangelnden Vaterlandsliebe sogar niemals berufen werden sollen, sagte Le Pen am Donnerstag im Interview des Radiosenders Europe 1. "Er singt nie die Marseillaise und äußert bei Interviews seine Verachtung für jede Form von Patriotismus."

Benzema war Anfang November im Fall der Erpressung von Nationalmannschafts-Kollege Mathieu Valbuena mit einem Sexvideo zum Beschuldigten erklärt worden. "Ein großer Sportler muss Vorbild sein", sonst sei für ihn "kein Platz im Nationalteam", hatte Valls erklärt. Lacourt meinte, Benzema sei "nicht mehr geeignet", Frankreich international zu vertreten.

Im ersten Interview seit seiner Beschuldigung beteuerte Benzema nun seine Unschuld und beklagte eine Vorverurteilung. Man ziehe ihn "durch den Dreck" und behandele ihn "wie einen Verbrecher", so der 27-Jährige. "Ich habe Valbuena Hilfe angeboten (...) und dann höre ich, dass ich einen Freund erpresst haben soll. Das macht mich wahnsinnig", so der Profi am Mittwochabend zum TV-Sender TF1.

Valbuena war im Juni mit der Veröffentlichung eines Sex-Videos bedroht worden, falls der Profi von Olympique Lyon nicht 150 000 Euro zahlt. Benzema wird der Komplizenschaft mit den Haupttätern beschuldigt. Ihm drohen mindestens fünf Jahre Haft.

 

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