Kritik an Castingshows Iris Berben: "Superstar-Kult" macht es Nachwuchs schwer

Für Iris Berben werden junge Schauspieler heutzutage zu schnell zu "Stars" erklärt. Dadurch sei der Druck, der nun auf Anfängern liegt, zu hoch, wie sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt.

 

Frankfurt - Schauspielerin Iris Berben (63, "Rosa Roth") sieht die steilen Aufstiegschancen heutiger Nachwuchstalente mit gemischten Gefühlen. Besonders kritisiert sie den "Superstar-Kult", der vor allem durch Castingshows gefördert werde. "Die jungen Menschen haben Chancen, die wir früher nicht hatten, das ist phantastisch. Andererseits lastet auf ihnen ein Druck, dem ich als Anfänger nicht ausgesetzt sein möchte", sagt Berben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung." Sie meine damit den "Erwartungsdruck, das Funktionieren, schon alles zu wissen, wofür du eigentlich Erfahrung brauchst", erklärt sie weiter. "Dazu kommt das Märchen vom 'Superstar-Kult', das es dem Nachwuchs schwer macht."

Sie sei froh, ihre Karriere in einer anderen Zeit begonnen zu haben: "Wir durften früher scheitern, Fehler machen und daraus lernen - ohne dass das jedes Mal zu einer großen Geschichte aufgebauscht wurde", erinnert sich Berben. "Die Anfänger heute stehen ständig im Rampenlicht. Zugleich suggerieren ihnen die 'Superstar'-Sendungen, alles sei Glanz und Glamour. Und Star wird man über Nacht." So einfach sei das aber nicht: "Ein Star wird nur, wer über Jahre hinweg Qualität beweist. Das kostet viel Kraft."

Teil des Problems seien die mittlerweile überhöhten Gagen für Jungschauspieler, die kein Produzent mehr bezahlen könne: "Bei mir hat es 20 Jahre gedauert, bis ich so viel verdient habe wie mancher heute in seinem Debüt. Das kann nicht funktionieren."

 

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