Kriminalität Trauriger Rückblick: Gewaltverbrechen in Bayern 2011

 

Inzest-Fälle

Für Erschütterung dürften zwei Fälle von jahrelangem Kindesmissbrauch durch den eigenen Vater gesorgt haben: In Memmingen wurde im September ein 46-jähriger, siebenfacher Familienvater aus dem schwäbischen Kreis Günzburg wegen Inzests und sexuellem Missbrauch zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich über fünf Jahre hinweg an zwei seiner Töchter vergangen. Die Ältere der beiden bekam sogar zwei Kinder von ihm. Angezeigt wurde der Mann von der mit 21 Jahren jüngeren Tochter, nachdem diese von zuhause ausgezogen war.

Weitaus milder ist das Landgericht Nürnberg-Fürth mit einem Inzest-Täter umgegangen: Ein 69-Jähriger aus dem fränkischen Willmersbach war angeklagt, seine heute 46-jährige Tochter mehr als 34 Jahre lang mit Gewalt zum Sex gezwungen und drei Kinder mit ihr gezeugt zu haben. Im Dezember wurde er nur wegen Inzests zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Das Gericht argumentierte, eine jahrelange Vergewaltigung nicht nachweisen zu können. Gegen das Urteil legte die Staatsanwaltschaft noch am gleichen Tag Revision ein. Sie hatte 14 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung beantragt.

 

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