Kreisverwaltungsreferat PK gestürmt: Rikscha-Krach im KVR

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Aufstand der Radl-Taxler: Wer am Donnerstagmittag verzweifelt eine Rikscha gesucht hat, wäre vor dem KVR in der Ruppertstraße sicher fündig geworden. Foto: Petra Schramek

Die Gefährte sollen künftig nicht mehr auf dem Marienplatz stehen, sondern auf ausgewiesenen Parkplätzen ums Eck. Die Fahrer sehen ihr Geschäft gefährdet und stürmen eine Pressekonferenz

 

MÜNCHEN Wer sich am Donnerstag in der Mittagshitze von einer Rikscha chauffieren lassen wollte, wird keine gefunden haben. Denn die Rikschas standen brav aufgereiht vor dem Kreisverwaltungsreferat (KVR). Weniger brav waren die 25 Fahrer, die eine Pressekonferenz stürmten, um Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle die Meinung zu sagen.

Der wollte stolz verkünden, dass es ab Samstag, 10. August, den ersten Münchner Rikscha-Standplatz am Marienplatz geben wird. Doch statt launigem Geplauder bei Brezn und Orangensaft gab’s einen Rikscha-Eklat: Statt die Rikscha-Fahrer anzuhören, schmiss Blume-Beyerle sie kurzerhand raus. „Das geht nicht, das ist für die Presse“, knurrte Blume-Beyerle. Nur der Dominic Staat von den „Pedalhelden“ durfte als Sprecher bleiben und musste sich erkennbar zusammenreißen, um Blume-Beyerle nicht in seinen Vortrag zu quatschen.

Denn KVR und Polizei sehen am Marienplatz eine Gefährdung der Fußgänger durch die Radl-Taxis. Die stünden wie ein Sperrriegel zwischen zwischen Mariensäule und Rischart, und es würden immer mehr. 166 sind in München gemeldet. Deshalb dürfen sie am Marienplatz bald nur noch auf einem Rikscha-Parkplatz beim Hugendubel ums Eck am Rindermarkt stehen.

Das ärgert Dominic Staat: „Die Leute entscheiden spontan, bei uns mitzufahren. Dazu müssen sie uns sehen. Die meisten steigen ein, nachdem sie zum Glockenspiel hochgeschaut haben. Am Hugendubel verlieren wir viele Kunden.“

Der Radl-Aktivist und Blume-Beyerle werden wohl keine Freunde mehr: Vor dem Verwaltungsgericht tragen sie derzeit einen Streit um die Genehmigungen der Rikscha-Fahrer aus, auch beim Junggesellenabschieds-Kracher Bierradl sind sie aneinander geraten. „Uns stört, dass niemand mit uns spricht. Wir wollen gemeinsam Lösungen finden“, sagt Staat. Blume-Beyerle behält seine Linie bei, immerhin hat Staat ihm seine Pressekonferenz verhagelt. „Seien Sie froh, dass ich mich nicht äußere zu Ihren Aussagen“, schnaubt Blume-Beyerle und rauscht ab.

Ob die beiden mal eine gemeinsame Radl-Tour machen und über die Wiesn-Zeit sprechen? Auch da will das KVR die Rikschas künftig in „geordnete Bahnen“ lenken. Klingt nach Ärger.

 

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