Kreativer Bayern-Trainer Kimmich und Co.: Peps Positionsspiele

Bayern-Trainer Pep Guardiola (links) und sein talentierter Schützling Joshua Kimmich. Foto: firo/Augenklick

Bayern-Trainer Pep Guardiola funktioniert Joshua Kimmich vom Sechser zum Innenverteidiger um. Es ist dies nicht die erste Umschulung, die der Spanier im Kader des Rekordmeisters vollzieht.

München - Wie es um die Stimmungslage im Verein bestellt ist, ist beim FC Bayern derzeit ja ein großes Thema. "Ich sehe keine Anzeichen, dass es in der Mannschaft schlecht aussieht. Wir kämpfen auf dem Platz füreinander", sagte Thomas Müller zuletzt.

Sofern Bayerns Gute-Laune-König zum Beweis dafür noch einen Kronzeugen sucht, wird er aktuell keinen besseren als seinen Teamkollegen Joshua Kimmich finden. Dessen Stimmungshoch liegt nicht (nur) an seinem 21. Geburtstag, den er am Montag feierte.

Vielmehr sorgen die vergangenen beiden Pflichtspiele, in denen er über 90 Minuten zum Einsatz kam, derzeit für Dauergrinsen. Bayern-Coach Pep Guardiola scheint mit ihm tatsächlich seine Antwort auf die Verletzungsmisere in der Abwehr gefunden zu haben.

Der nur 1,76 Meter große Mittelfeldspieler bildet mit Holger Badstuber, dem einzigen noch einsatzfähigen etatmäßigen Innenverteidiger, das Duo im Abwehrzentrum. "Holger ist ja groß genug, um das auszubügeln", sagte Kimmich schmunzelnd bei "fcbayern.de".

In beiden Spielen blieb Bayerns Abwehr ohne Gegentor. "Kimmich hat überragend gespielt. Kießling und Chicharito hatten beide keine Torchancen. Kompliment!", sagte Guardiola nach dem 0:0 in Leverkusen.

Kimmich gestand, "schon ein bisschen überrascht" gewesen zu sein, als ihm sein Trainer vor der Hoffenheim-Partie (2:0) die Idee mitteilte, "aber mir ist es egal, wo ich spiele. Hauptsache ich darf spielen. Die Mannschaft macht es mir auch leicht", sagte er.

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Nun ist also die "Blitz-Umschulung", wie der Verein auf seiner Homepage selbst schreibt, zum Innenverteidiger vollzogen. Nicht die erste, die Guardiola in seiner Zeit beim FC Bayern vornahm.

Ein Überblick...

David Alaba
Der Österreicher drängte ohnehin schon von der Linksverteidiger- auf seine erklärte Wunschposition. "Ich sehe mich in der Zukunft im Mittelfeld, das ist kein Geheimnis", bekräftigte er zuletzt im AZ-Interview. Guardiola machte aus Alaba endgültig den Überal(l)aba und setzt ihn gelegentlich auch im Abwehrzentrum ein. Während der 23-Jährige in dieser Rolle "nicht unbedingt meine Lieblingsposition" sieht, traut ihm sein Trainer zu, "der beste Innenverteidiger der Welt" zu werden.

Philipp Lahm
Ganz Fußballdeutschland diskutierte jahrelang darüber, ob der ehemalige DFB-Kapitän nun der bessere Rechts- oder Linksverteidiger sei. Guardiola umging die Antwort auf diese Frage auf seine Weise – und setzte Lahm, zunächst aus der Verletzungsnot heraus, im zentralen Mittelfeld ein. Dort spielte der 32-Jährige dann auch nach der Rückkehr von Bastian Schweinsteiger und Co. weiterhin. Für seine finale Triple-Mission beorderte Guardiola Lahm – wie schon Bundestrainer Joachim Löw bei der WM 2014 – nun zurück auf die Rechtsverteidigerposition.

Douglas Costa
Der brasilianische Neuzugang startete gleich zu Saisonbeginn auf der linken Außenbahn durch. Als Kingley Coman dann dort zur Verfügung stand, bereitete Vorlagenkönig Costa seine Tore eben von der rechten Seite aus vor – insgesamt bereits 15. Und auch für die Rückkehr von Platzhirsch Arjen Robben auf den rechten Flügel hat Guardiola bereits vorgesorgt. Schon in der Hinrunde machte er Costa die Zehnerposition schmackhaft und setzt den 25-Jährigen nun zwischen Coman und Robben ein. Costa kommt so zu mehr Abschlüssen und kann noch mehr Torgefahr entwickeln. Guardiola könne "dir in einer Stunde mehr beibringen als andere in einem Jahr", schwärmte Costa kürzlich in der "Sport Bild": "Er hat mir völlig neue Möglichkeiten offenbart."

Julian Buhl

 

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