Konzert Wiz Khalifa im Zenith

Wiz Khalifa Foto: Veranstalter

Zwei Stunden warten auf viel heiße Luft

 

„Boy“ steht in Großbuchstaben auf seinem Käppi. Und jungenhaft-ungestüm wirkt auch der Auftritt von Wiz Khalifa im vollen Zenith. Der 26-jährige Rapper aus Pennsylvania zählt neben A$AP Rocky zu einer neuen Generation von HipHoppern, die sich nicht mehr so leicht einer Eastcoast/Westcoast-Fraktion zuordnen lassen. Selbstbewusst wie ein alter Rap-Hase schlurft Khalifa um 22 Uhr mit einem Cocktailglas in der Hand und unter dem Jubel von über 5000 Kids auf die Bühne.

Mehr als zwei Stunden hatten sie auf ihn gewartet, hyperaktive Vortänzer und Einpeitscher-DJs über sich ergehen lassen und doch keinmal gepfiffen. Von Khalifa, der mit schwarzer Sonnenbrille, 80er Jahre-Lederjacke und zerrissener Jeans eher einem Punker als einem Rapper gleicht, kein Wort der Entschuldigung. Seine Antwort ist ein Cover („The Thrill“) der Band Empire of the Sun, in dem es bei ihm vielsagend heißt: „Tonight You Wanna Get Drunk And Fuck Someone Famous“. Nach einer furiosen Sprechgesangs-Attacke mit geschmeidigem Flow und deutlicher Artikulation hat der volltätowierte Jungspund die Menge für sich gewonnen. Was nun folgt, ist ein bunter Stilmix, frei nach dem Motto: „Ich mach' mir die Rap-Welt, Widdewidde wie sie mir gefällt“. Auf schlagzeugverstärktem, basslastigen Dirty-South-HipHop folgen Reggae-Ruhephasen, Ausflüge in den Mainstream-Plastikpop mit Refrains vom Band und sogar Anleihen beim Rock.

Khalifa gefällt sich dabei als ordinärer Oben-Ohne-Bad-Boy, der sich ausgiebig in den Schritt fasst oder als Voodoo-tanzender, Zunge rausstreckender Pausenclown. Nur inhaltlich bleiben Khalifas Songs, darunter auch der Hit „Black and Yellow“, weit hinter seinem ansteckendem Gute-Laune-Spieltrieb zurück. Denn hier geht’s eigentlich nur ums Marihuana rauchen, und das ist dann doch etwas viel heiße Luft auf über 90 Minuten Spielzeit.

 

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