Konzert in München Tim Bendzko: Wenn die Philharmonie zum Wohnzimmer wird

Tim Bendzko bei seinem Konzert in der Philharmonie. Foto: Jens Niering

Gemütlich ging es beim München-Konzert von Tim Bendzko in der Philharmonie zu. Musikalisch nahm der 33-Jährige die rund 2.000 Fans auf eine Zeitreise mit.

München - "Mama, du musst über dem Kopf schnipsen!" Der Bub in Reihe 8 hat auf Tim Bendzko gehört und weist seine Mama in das richtige Konzertverhalten ein. Nicht vor der Brust soll geschnipst werden, sondern über dem Kopf. Und dann schnipsen fast 4.000 Hände zum Takt von "Keine Maschine".

Die Instrumente stehen auf Orientteppichen, auf die Wände im Hintergrund sind Bilderrahmen, Kommoden und ein Fernseher gemalt. Das Scheinwerferlicht bricht sich diffus in den Schwaden der Nebelmaschine. So verwandelt sich die überdimensionale Philharmonie im Gasteig in ein gemütliches Wohnzimmer.

Die sechsköpfige Band um Tim Bendzko spielt unter anderem auf Gitarre, Klavier und Cello ein mitreißendes Repertoire der letzten sieben Jahre und später auch ein Hit-Medley aus Liedern, die den damals Elfjährigen von seinem Beschluss Sänger zu werden, bis zu seinem ersten großen Hit begleitet haben. Er trällerte auf dem Weg zu seinen eigenen Liedern die Hits von Take That, Xavier Naidoo und Herbert Grönemeyer. Mit Lenas Grand-Prix-Hit "Satellite" endete die Cover-Zeitreise. Direkt danach folgte das Lied mit dem ihm der Durchbruch gelang "Nur noch kurz die Welt retten". Die Fans sangen seine weiteren großen Hits wie "Unter die Haut", "Wenn Worte meine Sprache wären" und "Am seidenen Faden" textsicher mit.

Von Take That zu Lena: Eine musikalische Zeitreise

Der 33-Jährige holt die Zuschauerin Luisa auf die Bühne. Zwei mit schwerem Stoff bezogene Sessel und ein Couchtisch stehen nun vor dem Klavier. Man nimmt platz und trinkt Sekt. Als Tim Bendzko mit seinem Bandkollegen ihr gewünschtes Lied "Vergessen ist so leicht" unplugged performen will, springt der Fan vor Freude auf. Auch ein Lied, das erst auf der wahrscheinlich 2019 erscheinenden Platte zu finden ist, singt er gefühlt nur für sie. So war Luisa bei diesem Wohnzimmerkonzert ihrem Star noch näher, als das übrige Publikum.  (Lesen Sie hier das AZ-Interview mit Tim Bendzko)

Am Ende wurde zu den Songs "Sag einfach ja" und "Keine Zeit" nicht mehr nur geschnipst, sondern gefeiert und geklatscht. Der gemütliche Wohnzimmerabend endete mit 2.000 tanzenden Partygästen.

 

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